Das Razr 70 ist das Foldable für alle, die die Bauform ausprobieren wollen, ohne gleich Flaggschiff-Geld auszugeben. Motorola verlangt dafür deutlich weniger als Samsung und liefert trotzdem ein sauber verarbeitetes Klapphandy, das aufgeklappt 6,9 Zoll misst und mit 120 Hz flüssig läuft. Das Display wird hell genug für die pralle Sonne, und das Außendisplay ist groß genug, dass du Nachrichten beantwortest oder ein Selfie schießt, ohne aufzuklappen. Der 4.800-mAh-Akku bringt dich durch den Tag, und zugeklappt verschwindet das Razr in jeder Tasche. Gespart wurde am Innenleben: Es steckt nur ein Mittelklasse-Chip darin, bei anspruchsvollen Spielen merkst du das deutlich, und Motorola verspricht lediglich drei bis vier Jahre Updates, also spürbar weniger als die Konkurrenz. Um herauszufinden, ob eine faltbare Bauform zu dir passt, reicht das trotzdem allemal.
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Darauf musst du beim Kauf achten
Für die meisten Menschen ist das Smartphone das wichtigste Gerät im Haushalt: Kamera, Navi, Geldbörse und Fernbedienung in einem. Umso ärgerlicher, wenn der Kauf danebengeht. Immerhin ist der Markt ruhiger geworden, die Sprünge zwischen den Generationen fallen kleiner aus und die Geräte halten länger, ein Mittelklasse-Modell schafft inzwischen Dinge, für die du vor drei Jahren ein Flaggschiff gebraucht hättest. Gerade das macht es aber schwerer zu erkennen, wofür sich ein Aufpreis überhaupt noch lohnt. Die folgenden Abschnitte gehen die Kaufkriterien der Reihe nach durch, vom Betriebssystem über Display und Kamera bis zur Update-Versorgung.
iOS oder Android? Die Vorentscheidung
Bevor es um Displays und Kameras geht, steht eine größere Frage im Raum: Apple oder Android. Sie entscheidet mehr über deinen Alltag als jedes einzelne Ausstattungsmerkmal, denn ein Wechsel bedeutet neue Apps, neue Gewohnheiten und oft neues Zubehör.
iOS bekommst du nur bei Apple, vom günstigen Einstiegsmodell bis zum Pro. Der Vorteil liegt in der Verzahnung: Wenn ohnehin ein iPad, eine Apple Watch oder ein Mac im Haushalt steht, arbeiten die Geräte reibungslos zusammen. Updates kommen jahrelang und für alle Modelle gleichzeitig. Die Kehrseite ist der engere Rahmen, du kannst weniger selbst einstellen und bist beim Zubehör stärker auf Apples Vorgaben festgelegt.
Android gibt es von Samsung, Google, Xiaomi, Honor, Motorola und vielen weiteren Herstellern, entsprechend groß ist die Bandbreite bei Preis und Ausstattung. Du bekommst hier Dinge, die es bei Apple gar nicht gibt: faltbare Displays, Periskop-Zoom in der Mittelklasse, sehr schnelles Laden. Dafür schwankt die Update-Versorgung je nach Hersteller erheblich, und jede Marke legt eine eigene Oberfläche über das System. Wer schon lange bei einem der beiden Systeme ist, sollte einen Wechsel nur bewusst angehen, gekaufte Apps und Abos wandern nicht immer mit.
Welche Preisklasse passt zu dir?
Die Preisklassen haben sich in den letzten Jahren nach oben verschoben. Was früher als teuer galt, ist heute solide Mittelklasse. Diese Einteilung nutzen wir auch für die Empfehlungen weiter oben:
| Preisklasse |
Preisrahmen |
Was du bekommst |
| Günstig |
unter 350 € |
OLED mit 120 Hz, 5G, großer Akku, brauchbare Hauptkamera. Kein Tele, langsameres Laden. |
| Mittelklasse |
350–600 € |
Gute Hauptkamera, oft Telezoom, IP68, meist fünf Jahre Updates und mehr. |
| Oberklasse |
600–900 € |
Sehr helles Display, oft ein Periskop-Tele, starker Chip, meist lange Update-Zusagen. |
| High-End |
ab 900 € |
Aktueller Top-Chip, beste Kameras, größte Zoom-Reichweite, Premium-Materialien. |
| Foldables |
ab 600 € |
Faltbares Display als eigener Formfaktor, Aufpreis gegenüber gleich starken Barren-Geräten. |
Unsere ehrliche Einschätzung: Der Sweet Spot liegt zwischen 400 und 700 Euro. Hier bekommst du ein Gerät, mit dem du fünf Jahre und länger glücklich wirst, ohne den Premium-Aufschlag mitzubezahlen, den du im Alltag selten bemerkst.
Display – das Bauteil, das du am meisten anstarrst
Das Display siehst du tausendmal am Tag, und es ist gleichzeitig der Bereich, in dem Hersteller am liebsten mit Marketing-Begriffen jonglieren. Wirklich wichtig sind drei Dinge. Der Panel-Typ ist heute fast immer OLED, selbst in der Mittelklasse, was echtes Schwarz, höhere Kontraste und weniger Verbrauch bei dunklen Inhalten bedeutet. LCD findest du nur noch bei sehr günstigen Geräten.
Die Bildwiederholrate entscheidet, wie flüssig sich Scrollen anfühlt. 120 Hz sind spürbar angenehmer als 60 Hz, und Displays mit anpassbarer Rate schonen zusätzlich den Akku, weil sie bei einem stehenden Bild heruntertakten. Bei der Helligkeit lohnt der Blick auf den Spitzenwert, nicht auf die typische Helligkeit: Ab etwa 1.500 Nits liest du das Display im Sommer draußen zuverlässig ab, ab 2.500 Nits wird es richtig komfortabel.
Die Auflösung ist dagegen kaum noch ein Thema. Ab Full-HD+ auf 6,5 Zoll erkennt das Auge keine einzelnen Pixel mehr, höhere Auflösungen sind nett, aber kein Kaufgrund. Wer regelmäßig Filme oder E-Books auf dem Handy konsumiert, überlegt eher, ob nicht ein Tablet als Zweitgerät die bessere Wahl ist.
Chip, RAM und Speicher – Leistung, die wirklich ankommt
Beim Prozessor trennt sich Marketing von Realität. Praktisch jeder Chip ab Mittelklasse-Niveau bewältigt Messenger, Social Media und Banking-Apps ohne Murren. Spürbare Unterschiede gibt es nur in drei Situationen: bei aufwendigen Spielen, bei der Fotoverarbeitung und bei KI-Funktionen, die direkt auf dem Gerät rechnen.
Die Hersteller-Lager lassen sich grob so einordnen: Qualcomms Snapdragon-Reihe dominiert das Android-High-End und liefert die beste Spiele-Leistung. Apples A-Chips sind besonders effizient und werden am längsten mit Updates versorgt. MediaTek ist in der Mittelklasse stark und bietet dort viel Leistung fürs Geld. Googles Tensor-Chips liegen bei der reinen Rechenleistung hinter der Konkurrenz, sind dafür aber auf Foto- und KI-Algorithmen zugeschnitten.
Beim Arbeitsspeicher gilt: 8 GB sind das Minimum, 12 GB komfortabel, mehr merkst du nur, wenn du lokale KI-Modelle nutzt. Beim Speicher empfehlen wir mindestens 256 GB. 128 GB klingen nach viel, sind aber mit ein paar Urlaubsvideos in 4K schneller voll, als dir lieb ist, und erweitern lässt sich der Speicher bei den meisten Geräten nicht mehr.
Kamera – was Megapixel dir nicht verraten
Die Kamera ist für viele der eigentliche Kaufgrund und gleichzeitig die Disziplin mit den meisten Mythen. Eine 200-MP-Kamera macht nicht automatisch bessere Bilder als eine mit 50 MP, weil moderne Sensoren mehrere Pixel zu einem zusammenrechnen. Wichtiger ist die Sensorgröße: Ein größerer Sensor sammelt mehr Licht und liefert im Halbdunkel deutlich sauberere Bilder.
Der zweite Punkt, auf den es ankommt, ist der optische Zoom. Nur eine echte Telelinse holt Motive verlustfrei heran, digitaler Zoom ist ein Ausschnitt mit Software-Nachbearbeitung und sieht ab etwa fünffacher Vergrößerung sichtbar matschig aus. Wer beim Schulkonzert in der letzten Reihe sitzt oder gern Tiere fotografiert, sollte hier nicht sparen. Eine Bildstabilisierung gehört ebenfalls dazu, ohne sie wird im Halbdunkel selten ein scharfes Foto daraus.
Und dann ist da die Software. Was ein Smartphone aus den Sensordaten rechnet, macht heute oft den größeren Unterschied als die Hardware selbst. Deshalb fotografieren manche Günstig-Geräte mit großen Zahlen im Datenblatt schlechter als ein Mittelklasse-Modell mit ausgereifter Bildverarbeitung.
Akku und Laden
Bei den Akkus ist zuletzt ein kleiner Sprung passiert: Neue Zelltechnik bringt 6.000 mAh und mehr in Gehäuse, in die früher deutlich weniger passte. In der Praxis heißt das, dass die meisten aktuellen Geräte locker einen vollen Tag durchhalten und viele auch zwei Tage schaffen. Wer viel unterwegs ist, achtet eher auf die Kapazität als auf das Ladetempo.
Beim Laden gibt es zwei Lager. Apple und Samsung setzen auf gemächlichere Geschwindigkeiten mit Blick auf die Akkulebensdauer, chinesische Hersteller laden teils dreimal so schnell und füllen den Akku in einer knappen halben Stunde. Beides hat seine Berechtigung, es hängt schlicht davon ab, ob du nachts lädst oder zwischendurch. Ein Wert, der selten beworben wird, aber viel über die Lebensdauer sagt, ist die Zyklenfestigkeit: Gute Hersteller geben heute 1.000 bis 2.000 Ladezyklen an, bis noch 80 Prozent der Kapazität übrig sind. Das entspricht ungefähr fünf Jahren Alltagsnutzung.
KI-Features – nützlich oder Marketing?
KI im Smartphone ist inzwischen normal, die Frage ist nur, was davon du wirklich nutzt. Aus unserer Sicht haben sich vier Funktionen als alltäglich brauchbar herausgestellt: Übersetzung in Echtzeit, inzwischen sogar im laufenden Telefonat. Foto-Bearbeitung, bei der du störende Objekte mit zwei Tipps entfernst oder den Hintergrund austauschst. Zusammenfassungen langer E-Mails und Webseiten. Und die Kontext-Suche, die dir auf Zuruf alle Termine aus einem Chatverlauf heraussucht.
Technisch entscheidend ist, wo gerechnet wird. Viele Funktionen laufen direkt auf dem Gerät, was dem Datenschutz zugutekommt, aber genug Arbeitsspeicher und einen dafür ausgelegten Chip voraussetzt. Ältere und günstigere Modelle schicken die Anfragen stattdessen an externe Server. Das Ergebnis ist meist dasselbe, deine Daten verlassen aber das Gerät. Die Assistenz wandert dabei zunehmend auf weitere Geräte: Smartwatches übernehmen Gesundheits- und Benachrichtigungsfunktionen, und Smart Glasses bringen sie direkt ins Sichtfeld.
Software-Updates und Konnektivität
Bei den Updates hat sich in den letzten Jahren am meisten getan, und sie sind der Punkt, der am stärksten über die Lebensdauer entscheidet. Apple versorgt seine iPhones faktisch sechs bis sieben Jahre mit großen Systemsprüngen. Google und Samsung garantieren für ihre Flaggschiffe inzwischen sieben Jahre, und selbst in der Mittelklasse sind vier bis sechs Jahre üblich geworden. Rechne das beim Preisvergleich mit: Ein Gerät für 800 Euro, das nach drei Jahren keine Sicherheits-Patches mehr bekommt, ist am Ende teurer als eines für 1.000 Euro mit sieben Jahren Support.
Bei der Ausstattung lohnt der Blick auf ein paar Details, die selten oben in Tests stehen. 5G sollte jedes neue Gerät beherrschen, die Netzabdeckung ist inzwischen so weit, dass alles andere veraltet ist. Wi-Fi 7 lohnt nur mit passendem Router, der Vorgängerstandard reicht den meisten. Bei der Schutzklasse ist IP68 im Premium-Segment Standard und bedeutet Schutz gegen Staub und kurzzeitiges Untertauchen, während günstigere Geräte oft nur gegen Spritzwasser geschützt sind. Und wer große Videodateien überträgt, achtet auf einen schnellen USB-Anschluss, denn viele Geräte bremsen hier deutlich. Die Klinkenbuchse ist ohnehin Geschichte, ein Paar Bluetooth-Kopfhörer oder ein Bluetooth-Lautsprecher gehört heute zur Grundausstattung.
Diese Smartphones empfehlen wir dir außerdem
Neben den Empfehlungen für die einzelnen Preisklassen sind uns fünf weitere Geräte aufgefallen, die je nach Anspruch besser passen können.
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