Kapselmaschine Kaufberatung
Kapselmaschinen im Überblick
Kapselmaschine ist nicht gleich Kapselmaschine. Vier Systeme teilen den Markt weitgehend unter sich auf, und sie unterscheiden sich weniger im Gerät als in dem, was danach kommt. Nespresso Original hat die größte Sortenauswahl. Und mit Abstand die meisten günstigeren Kapseln von Drittanbietern. Nespresso Vertuo erkennt seine Kapseln per Barcode, schafft dafür Becher bis rund 0,5 Liter und bleibt fest geschlossen. Dolce Gusto kann auch Tee, Kakao und Kaltes, braucht für Cappuccino aber zwei Kapseln. Tassimo steuert Wassermenge und Temperatur automatisch per Barcode und deckt über 70 Getränke ab, lässt dafür keine Fremdkapseln zu. Daneben lohnen zwei Außenseiter einen Blick: Tchibo Cafissimo mit den günstigsten Portionspreisen und CoffeeB, das den Kaffee ganz ohne Kapsel in einen Ball presst. Welches System zu dir passt, entscheidet sich also weniger an der Maschine als an deinem Lieblingsgetränk und den Folgekosten pro Tasse.
Vergleichstabelle
Unsere Kapselmaschinen-Empfehlungen
Diese sechs Maschinen haben wir uns genauer angesehen, sortiert vom kompakten Einsteiger bis zur Barista-Maschine. Gebaut werden die Nespresso-Modelle von Krups, De’Longhi und Sage. Das Brühprinzip der Original-Linie ist bei allen dasselbe, Heiztechnik und Milchlösung unterscheiden sich deutlich.
Krups Essenza Mini XN1108 – Der Espresso-Zwerg für jede Nische
Wenn auf deiner Arbeitsplatte wirklich kein Platz mehr ist, endet die Suche meist hier. Die Krups Essenza Mini XN1108 misst 8,4 cm in der Breite. Das ist gut eine Handbreit, schmaler geht kaum. Krups baut sie schmal und tief statt breit, deshalb passt sie noch neben die Mikrowelle. Nach rund 25 Sekunden ist sie warm. Danach laufen Espresso und Lungo auf Tastendruck durch, die Menge speicherst du einmal ein und musst nie wieder nachdenken. Die Crema gerät fein und dicht. Beim Strom ist sie dank Abschaltautomatik ausgesprochen sparsam. Zwei Sachen fehlen: Eine Milchdüse gibt es nicht, für Cappuccino brauchst du ein zweites Gerät. Und die Kapselkosten laufen mit. Selbst mit Kapseln von Drittanbietern zahlst du pro Kilo mehr als für guten Bohnenkaffee. Für Singles und Paare, die vor allem Espresso trinken, bleibt sie trotzdem die praktischste Wahl.
De’Longhi Gran Lattissima EN640.B – Der Milchprofi für kleine Küchen
Milchgetränke sind hier die Hauptsache. Die De’Longhi Gran Lattissima EN640.B hat neun Programme und deckt ab, was du auch im Café bestellen würdest: Ristretto, Cappuccino, Latte Macchiato, Flat White. Heiße Milch gibt es auf Knopfdruck dazu. Der Clou ist der eingebaute Milchbehälter. Du musst nichts extra aufschäumen, und nach dem Getränk spült sich das System selbst durch. Bedient wird alles über Sensortasten, ein Display fehlt. Vermissen wirst du es nicht. Neun Programme klingen nach viel Gerät, mit 20 cm Breite bleibt sie trotzdem schlank. Den Kompaktbau merkst du beim Nachfüllen: Der 1-l-Tank und der Behälter für zehn Kapseln sind bei Besuch schnell leer. Und du bleibst ans Kapselsystem gebunden, frisch gemahlen geht nicht. Wenn bei dir morgens ein Cappuccino statt eines Espresso in der Tasse landet, ist sie genau richtig.
Sage Creatista Pro – Barista-Milchschaum aus der Kapselmaschine
Hier geht es um den Milchschaum, nicht um den Espresso. Die Sage Creatista Pro hat eine automatische Dampflanze mit Sensor, und die zieht einen seidigen, praktisch blasenfreien Schaum. Café-Niveau, Latte Art inklusive. Über den Farb-Touchscreen wählst du neun Getränkestile und elf Milchtemperaturen. Weil zwei Heizblöcke parallel arbeiten, brüht und schäumt sie gleichzeitig: zwei Cappuccino in gut einer Minute. Das Edelstahlgehäuse fühlt sich entsprechend wertig an, der Milchkrug liegt bei. Kapseln legst du per Handhebel ein, die Auffangschublade fällt klein aus. Ehrlich beim Kaffee selbst: Beim Espresso schmeckst du kaum einen Unterschied zu deutlich einfacheren Nespresso-Maschinen, und der Lungo gerät mit 5 g Kaffee pro Kapsel dünn. Sie lohnt also, wenn bei dir täglich Cappuccino oder Latte Macchiato in der Tasse landet. Für schwarzen Kaffee zahlst du zu viel.
Krups Vertuo Next XN910B – Die Große für ganze Becher
Espressotassen sind dir zu klein? Dann ist die Krups Vertuo Next XN910B die richtige Adresse. Sie liest den Barcode auf der Kapsel und weiß dadurch selbst, was du eingelegt hast. Sechs Tassengrößen sind möglich, bis hinauf zu 0,5 l für den großen Becher am Morgen. Bedient wird sie im Grunde mit einer Taste. Weil das Vertuo-System die Kapsel schleudert, statt sie nur mit Druck zu durchspülen, bekommst du auch beim großen Becher noch eine ordentliche Crema. Praktisch ist der schwenkbare Tank mit 1,1 l. Den bekommst du auch unter den Hahn, wenn die Maschine in der Ecke steht. Nach hinten braucht sie allerdings mehr Platz als andere. Mit 68 dB ist sie hörbar, aber kein Krachmacher. Bis zur ersten Tasse vergehen fast zwei Minuten. Und es passen ausschließlich Original-Vertuo-Kapseln, Milchschaum gibt es nur mit Zusatzgerät.
Krups Dolce Gusto Piccolo XS KP1A35 – Der Winzling für die enge Küche
Der Winzling im Dolce-Gusto-Programm heißt Piccolo XS. Mit rund 14 cm Breite braucht sie weniger Platz als ein Wasserkocher. Der abnehmbare Tank fasst trotzdem 0,8 l, das reicht für etwa sechs Tassen. Die Auswahl ist für so ein kleines Gerät erstaunlich breit: Espresso und Cappuccino genauso wie Tee, Kakao und Kaltgetränke. Für Milchgetränke brauchst du allerdings zwei Kapseln, eine für den Kaffee und eine für die Milch. Mit 15 bar läuft die Tasse zügig durch, nach fünf Minuten schaltet sie sich selbst ab. Sie wiegt so wenig, dass du sie problemlos ins Büro mitnimmst. Zwei Sachen nerven im Alltag: Die Wassermenge stoppst du von Hand über einen Hebel, exakt gleiche Tassen gelingen so kaum. Und die Reinigung ist fummelig. Auch der Auslauf sitzt für hohe Gläser zu tief. Im Büro oder Gästezimmer ist sie trotzdem eine praktische Lösung.
Bosch Tassimo Finesse friendly TAS163E – Der schmale Getränke-Allrounder
In Haushalten, wo nicht alle dasselbe trinken, spielt die Bosch Tassimo Finesse friendly TAS163E ihre Stärke aus. Über 70 Getränkesorten gibt das T-Disc-System her, von Espresso über Cappuccino bis zu Tee und heißer Schokolade. Falsch machen kannst du dabei wenig. Die Maschine liest den Barcode auf der Kapsel und stellt Wassermenge und Brühzeit selbst ein, gestartet wird per Tastendruck. Wer es kräftiger mag, dreht über IntensityBoost nach. Beim Gehäuse setzt Bosch zu 35 % auf recycelten Kunststoff, billig wirkt sie deswegen nicht. Mit 15,7 cm passt sie auch auf eine enge Arbeitsplatte. Der Preis dafür: Der 0,7-l-Tank ist bei mehreren Gästen schnell leer, und du bindest dich fest an Tassimo T Discs. Ungesüßten Cappuccino kannst du vergessen, alle Milchkapseln sind gezuckert. Wer Vielfalt höher hängt als Espresso-Feinheiten, fährt damit gut.
Darauf musst du beim Kauf achten
Die günstigsten Geräte kosten rund 45 Euro, nach oben geht es bis 750 Euro Listenpreis. Was in der Tasse landet, verrät der Preis kaum. Wichtiger ist etwas anderes: Du entscheidest dich weniger für eine Maschine als für ein Kapselsystem. Daran hängst du dann jahrelang.
| Worauf achten | Warum es zählt | Gut, wenn … |
|---|---|---|
| Kapselsystem | Legt Sortenauswahl und Tassenpreis für die ganze Nutzungsdauer fest, dazu die Fremdkapsel-Frage | … du deine Lieblingssorte im gewählten System dauerhaft bekommst |
| Preis pro Kapsel | Zwei Tassen am Tag sind 730 Kapseln im Jahr. Das schlägt den Gerätepreis um ein Mehrfaches | … du mit Originalkapseln unter 0,45 Euro pro Tasse bleibst, mit Fremdkapseln unter 0,30 Euro |
| Milchlösung | Milchkapsel, Milchtank oder Dampflanze: Schaumqualität und Folgekosten unterscheiden sich deutlich | … du mehr als drei Milchgetränke pro Woche trinkst |
| Wassertank | Bestimmt, wie oft du nachfüllst. Und den größten Teil der Stellfläche | … du im Mehrpersonenhaushalt mindestens 1,0 l einplanst |
| Brühverfahren | 19 bar bei Nespresso Original, 15 bar bei Dolce Gusto, Zentrifuge bei Vertuo, Niederdruck bei Tassimo: daraus werden verschiedene Getränke | … das Verfahren zu deiner Lieblingstasse passt |
| Entkalkung | Eine verkalkte Heizung ist der häufigste Grund, warum Kapselmaschinen nach wenigen Jahren aufgeben | … das Gerät dich ans Entkalken erinnert und einen Wasserfilter aufnimmt |
Die sechs Kapselsysteme: Was die Systemwahl wirklich kostet
Zwei Tassen am Tag, das sind 730 Kapseln im Jahr. Die günstigste kostet 0,25 Euro, die teuerste 0,56 Euro. Macht 0,31 Euro Unterschied pro Tasse. Klingt nach wenig. Aufs Jahr gerechnet sind es 226 Euro, auf sechs Jahre rund 1.360 Euro. Sechs Jahre, das ist die Mitte der üblichen Lebensdauer. Selbst im günstigsten System zahlst du in dieser Zeit 1.095 Euro allein für Kapseln. Mehr, als das teuerste Gerät im Regal kostet.
| System | Brühprinzip | Kapselpreis | Stärken | Schwächen |
|---|---|---|---|---|
| Nespresso Original | 19 bar Pumpendruck | 0,38 bis 0,52 Euro | Größte Sortenauswahl, Fremdkapseln ab 0,20 Euro, kleinste Geräte | Tasse endet bei rund 110 ml, Originalkapseln kaum im Supermarkt, Milchlösung kostet deutlich Aufpreis |
| Nespresso Vertuo | Zentrifuge, vom Strichcode gesteuert | 0,39 bis 0,56 Euro | Becher bis 0,5 l aus einer Kapsel, dichte Crema, nichts einzustellen | Teuerste Kapseln, keine Fremdkapseln, Nachschub nur bei Nespresso, größte Bautiefe |
| Dolce Gusto | 15 bar Pumpendruck, neuere Geräte erkennen die Kapsel | 0,25 bis 0,45 Euro | Günstigste Kapseln, auch Kalt- und Schokogetränke, überall im Supermarkt | Milch kommt als Pulverkapsel, zwei Kapseln je Milchgetränk, Espresso milder als bei Nespresso |
| Tassimo | Niederdruck, Strichcode auf jeder Kapsel | 0,29 bis 0,49 Euro | Markenkaffee wie Jacobs oder Milka, Dosierung läuft automatisch, günstige Geräte | Keine Fremdkapseln, Milchkapsel verdoppelt den Tassenpreis, Milchkapseln durchweg gezuckert |
| Tchibo Cafissimo | Drei Druckstufen bis 15 bar, offenes Kapselformat | 0,30 bis 0,43 Euro | Günstigste Portionspreise im Feld, drei Druckstufen für Espresso, Crema, Kaffee | Nachschub fast nur über Tchibo, Fremdkapseln technisch möglich, im Handel aber kaum zu bekommen |
| CoffeeB | 19 bar, kapselloser Ball mit Algenhülle | 0,33 bis 0,48 Euro | Kein Kapselmüll, Hülle im Gartenkompost vollständig abbaubar, 25 bis 250 ml frei einstellbar | Kein Preisvorteil, keine echten Drittanbieter, in Deutschland nur bei Edeka, Marktkauf und Netto |
Trinkst du vor allem Espresso und willst beim Preis beweglich bleiben, nimm Original. Vertuo lohnt nur bei wirklich großen Bechern, denn die Kapseln sind die teuersten im Feld. Dolce Gusto und Tassimo sind stark bei süßen Milchgetränken und vertrauten Kaffeemarken. An schwarzem Kaffee kommen sie an die Nespresso-Systeme nicht heran.
Was du später noch ändern kannst und was nicht
Nach dem Kauf bleibt dir ein Hebel: günstigere Kapseln anderer Anbieter. Er greift nur bei zwei der vier großen Systeme. Bei Nespresso Original sind die zentralen Patente abgelaufen, und auch der Schutz der Kapselform ist vor Gericht weitgehend gefallen. Kompatible Kapseln gibt es ab 0,20 Euro. Das drückt den Tassenpreis um gut 40 Prozent, über sechs Jahre um gut 800 Euro. Bei Dolce Gusto liefern ein paar Drittanbieter, groß ist die Auswahl nicht. Vertuo und Tassimo lesen dagegen einen Strichcode von jeder Kapsel. Was der Scanner nicht kennt, brüht die Maschine nicht. Dort zahlst du auf Jahre das, was der Hersteller aufruft.
Dann ist da der Nachschub. Dolce-Gusto- und Tassimo-Kapseln liegen im Supermarkt und beim Discounter, Fremdkapseln fürs Original-System ebenfalls. Originalkapseln und sämtliche Vertuo-Sorten bekommst du nur online oder in der Boutique. Sortenwechsel gehören zum Geschäft. Fällt dein Lieblingskaffee bei Original aus dem Programm, baut ihn meist ein Drittanbieter nach. Bei Vertuo und Tassimo bleibt dir nur, was im Herstellerkatalog steht. Sieh vor dem Kauf nach, ob es deine Sorte im Wunschsystem gibt. Und wie lange schon.
Kaffeequalität: Warum die Bar-Zahl wenig entscheidet
Bar ist der Druck, mit dem Wasser durchs Kaffeemehl gepresst wird. Die Zahl wird überbewertet. In einer Kapsel stecken je nach System 5 bis 7 g Kaffee. Ein doppelter Espresso aus der Siebträgermaschine arbeitet mit 16 bis 18 g, also mit mindestens der doppelten Menge. Die ersetzt kein Druck. Ein Teil der Crema entsteht ohnehin mechanisch an einer Lochplatte, nicht beim Brühen.
Der ehrliche Vorteil der Kapsel liegt woanders. Sie ist luftdicht versiegelt, und die Dosierung sitzt bei Tasse 400 wie bei Tasse eins. Ein geöffnetes Bohnenpaket verliert nach zwei bis drei Wochen spürbar Aroma. Ein Röstdatum steht selten drauf: Du kaufst Konstanz, keine Frische. Im Brühkopf liegen die meisten Systeme bei etwa 90 °C, in der Tasse messen wir nur 60 bis 73 °C. Trinkwarm also, aber nicht heiß. Ist dir der Kaffee zu kühl, liegt das selten am Brühen. Wärm die Tasse vor.
Milchsystem: Handaufschäumer, Milchtank oder Dampflanze
Die Wege zum Cappuccino unterscheiden sich vor allem in den Folgekosten. Dolce Gusto und Tassimo lösen Milch über eine eigene Kapsel. Eine Achterpackung Latte Macchiato kostet bei Tassimo rund 6,99 Euro, macht etwa 0,87 Euro pro Tasse. Die Milchkapsel verdoppelt den Tassenpreis. Der Schaum hält gut, schmeckt aber nach Milchpulver.
Nespresso trennt Kaffee und Milch. Es gibt drei Wege: separater Induktionsaufschäumer im Set, eingebauter Milchtank oder Dampflanze. Alle drei arbeiten mit frischer Milch und kosten nur den Milchpreis. Spülen musst du nach jeder Nutzung. Maschinen mit Milchtank starten bei etwa 179 Euro, Modelle mit Dampflanze bei rund 270 Euro. Feinporigen Mikroschaum für Latte Art schafft nur die Dampflanze. Trinkst du selten Milchkaffee, tut es ein separater Milchaufschäumer für 25 bis 60 Euro. Abnehmbare Milchtanks stellst du in den Kühlschrank. Fehlt das, kippst du Restmilch nach jedem Getränk weg.
Größe und Wassertank: Passt sie in deine Küche?
Kompaktmodelle sind teilweise unter 10 cm breit, das ist gut eine Handbreit. Sie fassen 0,6 bis 1,0 l, genug für vier bis acht große Tassen. Breite und Tankgröße hängen weniger zusammen als gedacht. Standard sind 0,9 bis 1,2 l, große Geräte schaffen bis zu 2,0 l. Ab zwei Kaffeetrinkern lohnt mindestens ein Liter. Sonst wird Nachfüllen zur täglichen Übung.
Drei Maße gehen beim Onlinekauf gern unter:
- Höhe bei geöffnetem Hebel: Unter dem Hängeschrank fehlen schnell 5 cm. Die Datenblätter nennen meist nur den geschlossenen Zustand.
- Kapselbehälter: Neun bis vierzehn verbrauchte Kapseln passen hinein. Zu zweit ist er täglich voll.
- Bautiefe: Vertuo-Geräte brauchen mehr Platz nach hinten, weil sich ihre Brühkammer dreht.
Folgekosten und Entsorgung: Kapsel gegen Bohne und Filter
Rechne in Kilopreisen, dann wird die Sache eindeutig. Eine Kapsel mit 5 g Kaffee für 0,43 Euro entspricht rund 86 Euro pro Kilo. Bei zwei Tassen täglich läuft das auf etwa 320 Euro im Jahr hinaus. Guter Bohnenkaffee kostet 30 bis 35 Euro das Kilo. Im Kaffeevollautomaten liegt die Tasse mit 7 bis 9 g bei 0,21 bis 0,32 Euro, aus der Kaffeemaschine mit Filterpulver bei rund 0,10 Euro. Also ein Bruchteil.
Bei der Entsorgung ändert sich gerade einiges. Ab dem 12. August 2026 gelten Kaffeekapseln EU-weit als Verpackung, so will es die neue EU-Verpackungsverordnung namens PPWR. Hersteller und Importeure müssen sich damit an Sammel- und Verwertungssystemen beteiligen. Für PFAS, eine Gruppe sehr langlebiger Chemikalien, gelten feste Grenzwerte. Und ab dem 12. Februar 2028 müssen Einzelportionen wie Kaffeepads industriell kompostierbar sein. Ein Verbot oder ein Pfand kommt nicht. Für dich bleibt es beim Trennen: Original- und Dolce-Gusto-Kapseln restentleert in den Gelben Sack, Vertuo-Kapseln nimmt Nespresso in eigenen Sammelbeuteln zurück. In jeder Kapsel steckt rund 1 g Aluminium. Bei zwei Tassen täglich sind das gut 700 g Metall im Jahr.
Cafissimo und CoffeeB: zwei Wege abseits der großen vier
Tchibo Cafissimo ist der günstigste Weg zur Tasse. Stiftung Warentest kommt auf rund 0,30 Euro pro Portion, Geräte gibt es ab 79 Euro. Technisch ist es sogar offen: Das Kapselformat namens Caffitaly nutzen auch andere Marken, einen Erkennungschip gibt es nicht. Fremdkapseln wären möglich. Praktisch findest du im Handel kaum welche. Die Originalkapseln gibt es fast nur bei Tchibo selbst, nicht im Supermarktregal. Dazu hat Tchibo zuletzt einzelne Sorten gestrichen und bewirbt mit Qbo parallel ein zweites Kapselsystem. Daraus folgt die Lehre: Kompatibilität auf dem Papier ist keine Versorgungssicherheit. Es zählt, wie viele Anbieter deine Sorte liefern und über wie viele Wege.
CoffeeB kommt als einziges System ohne Kapsel aus. Der Kaffee steckt in einem gepressten Ball, umhüllt von einer Schicht aus Algen. Gebrüht wird mit 19 bar, die Menge stellst du zwischen 25 und 250 ml ein. Vom Espresso bis zum großen Becher. Der Ökovorteil ist real und unabhängig geprüft. Die Hülle baut sich im Gartenkompost vollständig ab. Damit schlägt sie die als kompostierbar beworbenen Kapseln der großen Anbieter deutlich. Nur: Industrielle Kompostieranlagen sortieren solche Portionen aus und verbrennen sie. Von den nicht abbaubaren können sie sie nicht unterscheiden. Ohne eigenen Komposthaufen bleibt vom Hauptargument wenig. Beim Preis liegt CoffeeB mit 0,39 bis 0,48 Euro je Ball mitten im Nespresso-Band. Nur die Edeka-Eigenmarke unterbietet das mit 0,33 Euro. Aus keinem System kommst du schwerer raus: Das Brühverfahren ist patentgeschützt, echte Drittanbieter gibt es nicht, verkauft wird in Deutschland nur bei Edeka, Marktkauf, Netto.
Ein Missverständnis räumen wir gleich aus: Kapsellos heißt nicht außerhalb der Verpackungsregeln. Die EU-Verordnung erfasst ausdrücklich auch die undurchlässige Einzelportion für ein Kaffeesystem. Genau das ist so ein Ball mit Algenhülle. Der Gesetzgeber schaut auf die Funktion, nicht auf die Bauform. Für dich an der Kasse ändert das nichts. Für den Hersteller schon.
Reinigung, Entkalkung, Lebensdauer
Die meisten Kapselmaschinen sterben an Kalk. Wie oft du entkalken musst, hängt am Wasser. Ob deins hart ist, verrät dir der Wasserkocher: Setzt sich dort schnell ein weißer Belag ab, ist es hart. Genauer steht es auf der Website deines Wasserversorgers, dort heißt es „Härtebereich“. Bei weichem Wasser reicht alle drei bis vier Monate, bei mittlerem etwa alle zwei, bei hartem einmal im Monat. Ist es sehr hart, entkalkst du besser alle drei Wochen. Das gilt für zwei bis vier Tassen am Tag. Die Vorzeichen erkennst du früh: Der Brühvorgang dauert länger, das Gerät wird lauter, der Kaffee kommt kühler an.
Der tägliche Aufwand bleibt klein. Spül die Maschine nach der letzten Tasse ohne Kapsel durch, sonst trocknen Kaffeereste in der Brühkammer fest. Milchtank oder Aufschäumer gehören direkt nach Gebrauch unter den Wasserhahn, sonst setzt sich Eiweiß fest. Kapselbehälter und Tropfschale spülst du einmal die Woche mit heißem Wasser aus. Dort bildet sich Schimmel am ehesten.
Eine gepflegte Kapselmaschine hält vier bis acht Jahre. Schau vor dem Kauf trotzdem nach Ersatzteilen und Servicestellen. Willst du später ohnehin auf Bohnen umsteigen, sieh sie als Zwischenlösung und verplane das Budget für Vollautomat und Kaffeemühle nicht vorschnell.
Diese Maschinen empfehlen wir ebenfalls
Sechs weitere Geräte haben wir kuratiert, die es nicht in die engere Auswahl geschafft haben, für bestimmte Ansprüche aber die bessere Wahl sind – vom günstigen Einstieg ins Original-System über zwei Maschinen mit Milchlösung bis zur großen Tassimo mit Wasserfilter.
De’Longhi Inissia EN80.B – Der günstige Klassiker
Zwei Tasten, ein Hebel, fertig. Die De’Longhi Inissia EN80.B ist seit Jahren der günstigste Weg ins Nespresso-Original-System und bis heute schwer zu schlagen, wenn es einfach nur guter Espresso sein soll. Sie ist schmal gebaut und findet auch in einer vollen Küche Platz. Espresso und Lungo lassen sich in der Menge frei speichern, mehr Programme gibt es nicht. Geschmacklich musst du gegenüber teureren Modellen nichts hinnehmen. Die Crema steht dicht auf der Tasse. Grenzen hat sie trotzdem: Milchschaum gelingt nur mit separatem Aufschäumer, und der 0,7-l-Tank ist bei zwei Kaffeetrinkern schnell leer. Für Einsteiger bleibt sie unsere Standardempfehlung. Du bekommst den vollen Funktionsumfang des Original-Systems, inklusive aller Kapseln von Nespresso und von Drittanbietern, und zahlst dafür am wenigsten. Wer später doch Milchgetränke will, stellt sich einen separaten Aufschäumer daneben. Das bleibt in Summe günstiger als eine Maschine mit Milchtank.
De’Longhi Nespresso CitiZ EN167.B – Kantiges Design, simple Bedienung
Kantiges Gehäuse, zwei Tasten, sonst nichts. Die De’Longhi Nespresso CitiZ EN167.B ist die Maschine für alle, denen das Design wichtig ist, ohne dass die Bedienung kompliziert wird. Das schmale Gehäuse ist seit Jahren unverändert und steht in vielen Küchen bewusst sichtbar auf der Arbeitsplatte. Der Tank fasst 1 l und lässt sich leicht entnehmen. Im Alltag ist das mehr wert, als es auf dem Papier klingt. Du drückst eine von zwei Tasten, Espresso oder Lungo, beide Mengen kannst du programmieren. Beim Kaffee bekommst du die volle Auswahl des Original-Systems, also auch die günstigeren Fremdkapseln. Nach rund 25 Sekunden ist sie brühbereit. Richtig heiß wird der Kaffee allerdings erst ab der zweiten Tasse. Wer das weiß, lässt vorher kurz Wasser durchlaufen. Ein Milchsystem fehlt komplett, eine Entkalkungsanzeige auch, und die Abtropfschale will oft geleert werden.
De’Longhi Nespresso CitiZ & Milk EN267.WAE – Die CitiZ für Milchkaffee-Trinker
Wer selten schwarzen Kaffee trinkt, schaut auf die De’Longhi Nespresso CitiZ & Milk EN267.WAE. Der Unterschied zur normalen CitiZ steht rechts daneben: der Aeroccino, ein Milchaufschäumer, der dir per Knopfdruck warmen oder kalten Schaum liefert. Cappuccino und Latte Macchiato gehen damit ohne Topf und ohne Handaufschäumer. Beim Kaffee setzt sie auf das Nespresso-Original-System. Du hast also die größte Kapselauswahl am Markt, inklusive der günstigeren Kapseln von Drittanbietern. Der 1-l-Tank lässt sich unkompliziert abnehmen. Sie arbeitet allerdings hörbar lauter als andere Kapselmaschinen, im offenen Wohnbereich fällt das auf. Der Aeroccino ist ein eigenes Gerät und braucht Platz. Ausspülen musst du ihn nach jedem Getränk, sonst trocknet Milch an. Der Kapselbehälter fasst zudem nur zehn Stück. Für Milchkaffee-Trinker mit Platz auf der Arbeitsplatte ist sie trotzdem naheliegend.
De’Longhi Lattissima One EN510.B – Fast schon ein Vollautomat
Von allen Kapselmaschinen kommt die De’Longhi Lattissima One EN510.B einem Vollautomaten am nächsten. Cappuccino, Latte Macchiato und warme Milch gibt es per Knopfdruck aus dem eingebauten Milchbehälter, von Hand aufschäumen musst du nichts. Der Behälter fasst 0,12 l und dosiert genau. Große Runden sind damit allerdings nicht drin. Angenehm ist das automatische Spülsystem. Nach jedem Milchgetränk reinigt sich die Leitung selbst, den Behälter stellst du danach in den Kühlschrank. Mit rund 61 dB arbeitet sie dabei leise. Espresso steht nach etwa 13 Sekunden in der Tasse, der Lungo kurz danach. Der Wermutstropfen: Der Tank fasst nur 1 l, bei Besuch füllst du öfter nach. Und für feine Latte Art fehlt die Dampflanze, der Schaum bleibt gröber. Für Haushalte, die täglich Cappuccino trinken, ist sie die bequemste Lösung im Original-System.
Krups Dolce Gusto Mini Me KP123 – Der unkomplizierte Einstieg
Einfacher geht Dolce Gusto kaum. Die Krups Dolce Gusto Mini Me ist der Einstieg ins System und macht genau das, was sie soll: schnell, ohne Lernkurve. Die Bedienelemente sind bewusst übersichtlich, viel falsch machen kannst du nicht. Die Stärke des Systems ist die Bandbreite. Neben Espresso und Lungo bekommst du Cappuccino und Latte Macchiato über eine zweite Milchkapsel, dazu Tee, Schokolade und Kaltgetränke. Praktisch, wenn im Haushalt nicht alle Kaffee trinken. Der Wassertank lässt sich leicht abnehmen, fasst mit 0,8 l aber wenig. Du füllst also öfter nach. Unter dem Auslauf wird es bei großen Gläsern eng, ein hohes Latte-Macchiato-Glas passt kaum darunter. Und für Milchgetränke zahlst du zwei Kapseln pro Tasse. Als Zweitmaschine fürs Büro ist sie gut aufgehoben. Wer vor allem Espresso trinkt und Wert auf Crema legt, ist im Nespresso-System besser bedient.
Bosch Tassimo My Way 2 TAS6507 – Die große Tassimo mit Wasserfilter
Die Bosch Tassimo My Way 2 ist die große Schwester im Tassimo-Programm. Sie richtet sich an Haushalte, in denen mehrere Leute unterschiedliche Getränke wollen. Über 70 Varianten sind voreingestellt, von Espresso über Milchkaffee bis Tee und Kakao. Der eigentliche Unterschied zu den kleinen Tassimo-Modellen ist der eingebaute Brita-Wasserfilter. Er nimmt Kalk und Chlor aus dem Wasser, das schmeckst du tatsächlich, und die Maschine muss seltener entkalkt werden. Der 1,3-l-Tank reicht für mehrere Runden hintereinander. Bis zu vier Lieblingsgetränke speicherst du dir ab und rufst sie mit einem Tastendruck auf. In einem Haushalt mit mehreren Kaffeetrinkern ist das der eigentliche Komfortgewinn. Geschmacklich überzeugen vor allem Espresso und Aromagetränke. Alle Milchkapseln sind gezuckert, ungesüßten Cappuccino bekommst du damit nicht. Und das System ist geschlossen, Fremdkapseln passen nicht.
Häufige Fragen (FAQs)
Diese Fragen erreichen uns am häufigsten.
Wann kaufst du eine Kapselmaschine am günstigsten?
Zwischen Ende November und Januar. Einstiegsgeräte von 45 bis 79 Euro rutschen dann regelmäßig auf 35 bis 50 Euro, Modelle mit Milchsystem verlieren oft 30 bis 40 Prozent. Achte weniger auf den Geräterabatt als auf Bündelaktionen. Ein Kapselguthaben von 60 bis 100 Euro ist bei einer 79-Euro-Maschine mehr wert als jeder Prozentnachlass. Der zweite gute Zeitpunkt ist der Spätsommer, wenn die Vorgängerserie abverkauft wird. Auslaufmodelle unterscheiden sich technisch meist nur im Gehäuse. Finger weg von Aktionen mit Kapselabo über zwölf Monate. Rechne die Mindestabnahme durch, dann bleibt vom Rabatt selten etwas übrig.
Lohnen sich Fremdkapseln und wiederbefüllbare Kapseln?
Bei Nespresso Original ja, bei Vertuo und Tassimo faktisch nicht. Gerichte haben mehrfach bestätigt, dass fremde Kapseln fürs Original-System zulässig sind. In der Schweiz ist der Schutz der Kapselform höchstrichterlich gefallen, in Deutschland hat ihn das Bundespatentgericht für nichtig erklärt. Dort läuft dagegen noch eine Beschwerde. Bei 730 Tassen im Jahr sparst du mit Fremdkapseln 120 bis 170 Euro. Deine gesetzlichen Rechte bei einem Defekt kann dir kein Hersteller über die Kapselwahl nehmen. Sie greifen nur nicht, wenn die fremde Kapsel den Schaden nachweislich verursacht hat. Freiwillige Herstellergarantien sind etwas anderes, die dürfen eigene Bedingungen setzen. Lies die Garantiekarte, bevor du umsteigst. Wiederbefüllbare Edelstahlkapseln kosten einmalig 10 bis 25 Euro und drücken den Kilopreis auf Bohnenniveau. Dafür brauchst du sehr feinen Mahlgrad, musst gleichmäßig andrücken und nach jeder Tasse spülen. Wer das durchhält, fährt mit einem Vollautomaten meist besser.
Wie lange hält eine Kapselmaschine?
Vier bis acht Jahre bei zwei bis vier Tassen täglich. Zuerst geben meist Pumpe und Heizung auf, der sogenannte Thermoblock. Dahinter steckt meist zu seltenes Entkalken. Danach kommt die Brühkammer-Mechanik. Ein deutliches Vorzeichen ist nachlassender Druck. Läuft der Kaffee dünner und verschwindet die Crema, hilft oft schon eine gründliche Entkalkung. Hältst du die Abstände ein und spülst den Milchweg konsequent, kommst du ans obere Ende der Spanne. Reparieren lohnt sich kaum: Unter 100 Euro Gerätepreis kostet die Fehlersuche oft mehr, als das Gerät wert ist.
Lohnt sich statt einer Kapselmaschine gleich ein Kaffeevollautomat?
Ab etwa drei Tassen täglich rechnet er sich. Je nach Kapselpreis liegen 20 bis 25 Cent pro Tasse dazwischen, bei drei Tassen am Tag also 220 bis 274 Euro im Jahr. Ein Einsteiger-Vollautomat für 400 Euro kostet gegenüber einer 80-Euro-Kapselmaschine rund 320 Euro mehr. Das hast du nach ein bis anderthalb Jahren wieder drin. Dagegen steht der Aufwand: 25 bis 40 cm Arbeitsfläche, also mindestens das Doppelte einer schmalen Kapselmaschine. Dazu ein morgens gut hörbares Mahlwerk und eine Milchleitung, die täglich gespült werden will. Bei ein bis zwei Tassen oder wechselnden Geschmäckern bleibt die Kapsel vernünftiger. Jeder bekommt seine Sorte, ohne dass jemand das Mahlwerk umstellt.
Wie oft musst du eine Kapselmaschine entkalken?
Bei mittelhartem Leitungswasser alle zwei Monate. Ist dein Wasser weich, reichen drei bis vier Monate. Bei hartem Wasser entkalkst du besser jeden Monat. Auf welcher Stufe du liegst, steht auf der Jahresabrechnung deines Wasserversorgers oder auf dessen Website, dort unter „Härtebereich“. Nimm einen Entkalker für Kaffeemaschinen, keine Essigessenz. Die greift Dichtungen und Ventile an. Warte bei hartem Wasser auch nicht auf die Anzeige. Die meisten Geräte zählen schlicht Brühvorgänge und wissen nichts über dein Wasser. Ein Wasserfilter im Tank verlängert die Abstände spürbar und spart auf Dauer mehr, als er kostet.