Die Krups XN1108 Essenza Mini ist eine der kompaktesten Kapselmaschinen überhaupt und braucht kaum Stellfläche. Sie nutzt das klassische Nespresso-System, für das es Kapseln von Lavazza, Jacobs und sogar Discounter-Eigenmarken gibt. So bleiben die Folgekosten vergleichsweise niedrig. Sie heizt schnell auf, arbeitet leise und lässt sich per Tastendruck einfach bedienen. Geschmacklich ist der Espresso allerdings nur Durchschnitt: eher bitter, wässrig und etwas zu kühl, der Lungo gelingt milder. Der kleine 0,6-Liter-Tank muss öfter nachgefüllt werden, ein Milchsystem fehlt. Im günstigen Preissegment ist sie ideal als Zweitmaschine, fürs Büro oder Ferienhaus und für den schnellen Espresso zwischendurch.
Krups Essenza Mini im Test: Wie gut ist die Nespresso-Maschine im Mini-Format?
Die Krups Essenza Mini beweist, dass eine Kapselmaschine kein Statement in der Küche sein muss. Sie ist winzig, kostet um die 80 Euro und läuft mit dem klassischen Nespresso-System, das wir nach wie vor für das beste Kapselsystem halten. Im Test hat sie sich einen Platz auf dem Treppchen und unsere Auszeichnung als Preis-Leistungs-Sieger gesichert, obwohl sie kaum Ausstattung mitbringt. Den Ausschlag geben vor allem die günstigen Kapseln.
Klein, leicht und spartanisch: die Maschine fürs Ferienhaus
Beim Auspacken denkt man sofort an Ferienhaus oder Hotelzimmer, denn genau dort steht diese Maschine gefühlt überall. Die Essenza Mini ist winzig und superleicht: Mit 8,4 cm Breite und 20,4 cm Höhe findet sie auch auf der kleinsten Arbeitsfläche noch Platz. Die geringe Größe hat ihren Preis beim Wassertank, der nur 600 ml fasst. Für eine Handvoll Lungo reicht das, wer mehrere große Tassen hintereinander macht, muss öfter nachfüllen.
Foto: Die Krups Essenza Mini ist winzig und braucht kaum Stellfläche.
Die Ausstattung ist spartanisch, die Verarbeitung eher billig, und ein Milchsystem hat sie nicht. Für um die 80 Euro geht das aber in Ordnung. Laut wird sie dabei nicht, beim Bezug haben wir höchstens 64 dB gemessen.
Unsere Testmaschine ist die schwarze XN1108. Dieselbe Maschine gibt es in Weiß als XN1101 und in Grau als XN110B, die Unterschiede beschränken sich auf die Farbe. Wer doch gelegentlich einen Cappuccino möchte, findet sie auch im Paket mit dem separaten Milchaufschäumer Aeroccino 3, in Schwarz als XN1118 und in Weiß als XN1111. Den Aufschäumer haben wir nicht getestet.
Bedienung: zwei Tasten, kein Netzschalter
Die Bedienung ist so schlicht wie das Gerät. Kapsel oben einlegen, den Metallhebel schließen und eine der beiden Tasten drücken: Espresso oder Lungo. Einen Netzschalter gibt es nicht, der erste Tastendruck schaltet die Maschine ein. Beim Aufheizen blinken die Tasten, leuchten sie dauerhaft, ist sie bereit. Krups gibt dafür etwa 25 Sekunden an. Man muss aber nicht warten: Wer die Taste schon während des Aufheizens drückt, bekommt seinen Kaffee, sobald die Maschine so weit ist.
Foto: Den Wassertank trägt die Essenza Mini hinten am schmalen Gehäuse.
Der Wassertank sitzt hinten und hat einen fest verbundenen Deckel. Zum Befüllen nimmt man ihn am besten ab.
Öffnet man nach dem Bezug den Hebel, fällt die gebrauchte Kapsel in einen Behälter hinter der Abtropfschale. Er ist klein, wer täglich mehrere Espresso trinkt, leert ihn oft. Unter den Auslauf passen Espresso- und mittlere Tassen, für ein höheres Glas muss die Abtropfschale samt Gitter weg, große Becher bleiben außen vor. Nach einiger Zeit ohne Bezug schaltet sich die Maschine selbst ab, die Dauer lässt sich umstellen. Eine Entkalkungsanzeige fehlt, ans Entkalken muss man selbst denken.
Das klassische Nespresso-System: günstige Kapseln von vielen Marken
Der größte Vorteil der Essenza Mini steckt nicht in ihr selbst, sondern in ihren Kapseln. Seit das Nespresso-Patent ausgelaufen ist, gibt es kompatible Kapseln von Lavazza, Jacobs und sogar als Eigenmarke beim Discounter, und zwar ab etwa 25 Cent pro Kapsel, während Original-Kapseln knapp 50 Cent kosten. Mit Fremdkapseln bleibt man bei zwei Espresso am Tag deutlich unter dem, was Vertuo kostet. Das klassische Nespresso-System bietet die größte Auswahl, und über die Fremdkapseln hat man den Preis selbst in der Hand.
Foto: In einer klassischen Nespresso-Kapsel stecken nur rund 6 g Kaffee.
Unser Espresso aus der Essenza Mini kam mit Fremdkapseln auf rund 30 Cent pro Tasse. Bei zwei Espresso am Tag sind das gut 200 Euro im Jahr, gut das Zweieinhalbfache des Kaufpreises.
Billig ist Kaffee aus Kapseln trotzdem nicht. Bei rund 30 Cent für eine Lavazza-Kapsel kostet der Kaffee umgerechnet etwa 52 Euro pro Kilo. Dieselbe Marke gibt es als ganze Bohnen für 15 bis 17 Euro pro Kilo. Man zahlt also gut das Dreifache dafür, dass der Kaffee portioniert und ohne Mahlwerk in die Tasse kommt.
Bitter und wässrig: So schmeckt der Espresso
Geschmacklich ist das der klassische Nespresso-Kaffee, den man kennt. Die Kapseln sind mit rund 6 g Kaffee eher klein, und nach 14 Sekunden ist der Espresso schon durchgelaufen. Er schmeckt erstaunlich bitter und ziemlich wässrig, obwohl mit 30 g sogar weniger in der Tasse landet als bei den anderen Nespresso-Maschinen im Test. Das Bittere hat uns überrascht, denn ein so schnell durchlaufender Espresso wird normalerweise eher sauer. Mit 63 °C dürfte er außerdem ein paar Grad wärmer sein.
Foto: Nach 14 Sekunden ist der Espresso der Essenza Mini durchgelaufen.
Das Beste daran ist die Crema, sie geht in Ordnung. Der Lungo ist milder und hat uns sogar besser geschmeckt als der Espresso, wässrig bleibt er aber trotzdem. Nach 40 Sekunden standen 88 g in der Tasse.
Außerdem haben wir die Essenza Mini blind gegen die Sage Creatista Pro antreten lassen: Beide Espressi liefen parallel aus derselben Kapselsorte und standen in identischen Gläsern, die nur mit A und B markiert waren. Der Espresso aus der teuren Sage schmeckte besser und hatte die haselnussfarbenere Crema. Der Aufpreis von rund 550 Euro bringt beim Kaffee also durchaus etwas.
Foto: Die Crema der Essenza Mini ist das Beste an ihrem Espresso.
Unser Fazit: Kleine Zweitmaschine mit offenem Kapselsystem
Die Krups Essenza Mini ist kompakt, leise und günstig, und sie nutzt das offenste Kapselsystem mit der größten Auswahl. Ihr Espresso ist allerdings nur Durchschnitt, er schmeckt bitter und wässrig, und die Verarbeitung ist einfach. Ein Milchsystem gibt es nicht, und für große Becher ist unter dem Auslauf kein Platz.
Fürs Ferienhaus oder als Zweitmaschine passt sie wegen ihrer kompakten Bauweise und der vergleichsweise günstigen Kapseln gut. Für den gelegentlichen Espresso zwischendurch braucht man nicht mehr. Wer gern Milchgetränke trinkt, greift besser zu unserem Testsieger, der De’Longhi Gran Lattissima. Sie nimmt dieselben Kapseln, macht den besseren Espresso und schäumt frische Milch auf Vollautomaten-Niveau.