Dyson PencilVac Fluffycones Test
Unser Testergebnis
Unser Test-Fazit
Der Dyson PencilVac ist ein innovativer Stabstaubsauger der Extraklasse: federleicht, hauchdünn und erstaunlich wendig. Für Hartböden mit Alltagsschmutz wie Krümel, Staub und Haare leistet er zuverlässige Arbeit. Selbst kurze Teppiche meistert er überraschend gut. Schwächen zeigen sich bei feinem Material wie Sand und beim kleinen Staubbehälter. Ideal für kleinere Wohnungen oder als smarte Ergänzung zum Saugroboter. Wer regelmäßig groben Schmutz bewältigen muss, greift besser zu einem leistungsstärkeren Modell. Das Gerät liegt in der oberen Preisklasse und überzeugt vor allem durch Design und Handhabung.Vorteile
- Federleicht & schlank Nur 1,8 kg und 3,8 cm dünn, gleitet mühelos.
- Spaßiges Saugen Wendig wie ein Trolley, auch unter Sofas.
- Haare kein Problem Fluffy-Cones-Walze verhindert Wickeln.
- LCD & App Übersicht per Display und Dyson-App.
Nachteile
- Feiner Sand problematisch Rieselt zurück, Mechanik klemmt schnell.
- Kleiner Behälter Nur 80 ml, für große Flächen zu wenig.
Preisvergleich
Ausführlicher Testbericht
Dyson PencilVac im Test: Reicht ein Bleistift-dünner Staubsauger für den Alltag?
Ein Akkustaubsauger, der gerade einmal 3,8 Zentimeter dünn und 1,8 Kilogramm leicht ist — das klingt nach einer Designstudie, nicht nach einem ernsthaften Haushaltsgerät. Doch genau das verspricht Dyson mit dem PencilVac: ein vollwertiger Stabstaubsauger, der so schlank ist, dass man ihn fast übersieht. Für rund 500 Euro soll er den Saugalltag neu definieren. Wir haben den PencilVac durch unsere Standardtests geschickt — mit Haferflocken, Katzenstreu und Vogelsand — und dabei sowohl echte Stärken als auch eine überraschend deutliche Schwäche gefunden.
Dünn wie ein Haartrockner-Griff: Der erste Eindruck überzeugt
Schon beim Auspacken wird klar, dass Dyson mit dem PencilVac einen anderen Weg geht als mit seinen bisherigen Akkusaugern. Statt den Motor und Akku als klobigen Block am oberen Ende zu verbauen, steckt beim PencilVac die gesamte Technik im schlanken Stab. Laut Dyson haben sich die Ingenieure dabei am hauseigenen Supersonic-Haartrockner orientiert — der Handgriff des PencilVac ist tatsächlich genauso breit wie der des bekannten Föhns.
Der eigens entwickelte Motor dreht mit bis zu 140.000 Umdrehungen pro Minute, und ein integrierter Filter soll 99,99 Prozent aller Partikel aus der Luft entfernen. Zusammengebaut ist das Gerät in wenigen Sekunden: drei hörbare Klicks, und der PencilVac steht einsatzbereit da. Die Verarbeitung macht einen hochwertigen Eindruck, die Materialien fühlen sich wertig an. Allerdings fasst der integrierte Staubbehälter lediglich 80 ml — Dyson verspricht hier eine Kompression des Schmutzes, doch ob das im Alltag reicht, zeigt sich erst im Praxistest.
Zum Lieferumfang gehören neben dem Sauger selbst eine Fugendüse mit Haaraufsatz sowie die Basisstation. Ein QR-Code auf der Verpackung und auf der kleinen LED-Anzeige am Gerät führt zur Dyson-App, die Videoanleitungen und eine Verbrauchsübersicht bietet. Im Alltag fungiert die App allerdings eher als digitale Bedienungsanleitung — regelmäßig braucht man sie nicht.

Saugen wie Spazierengehen: So fühlt sich der PencilVac an
Der erste Sauggang macht tatsächlich Spaß. Der PencilVac gleitet fast schwerelos über den Boden und lässt sich in alle Richtungen lenken. Die Wendigkeit erinnert an einen hochwertigen Koffer-Trolley, der mühelos über den Flughafenboden rollt. Man bewegt sich entspannt durch die Wohnung und saugt quasi nebenbei — ein Sauggefühl, das Dyson damit tatsächlich neu erfunden hat.
Die sogenannte „Fluffy Cones"-Bürste ist clever konstruiert: Haare wickeln sich zur schmaleren Seite der konischen Walze ab und bilden ein kleines Knäuel, das anschließend eingesaugt wird. Die Bürsten stehen zudem seitlich leicht über, sodass auch direkt an Fußleisten und Kanten alles aufgenommen wird. Einen Nachteil hat die konkave Bürstenform allerdings: 90-Grad-Ecken lassen sich nicht sauber erreichen. Fährt man gerade an eine Wand heran, bleibt links und rechts ein schmaler Staubrand zurück. Man muss die Ecke also seitlich abfahren — das funktioniert, erfordert aber einen zusätzlichen Handgriff.
Zum Entleeren muss man sich leider bücken: Der Saugkopf wird abgetrennt und der gesamte Stab nach unten geschoben, um den Schmutz freizugeben. Die Technik dahinter ist durchdacht, aber das Bücken passt nicht so recht zum ansonsten ergonomischen Konzept. Ein Knickgelenk fehlt dem PencilVac ebenfalls — bei einem Staubsauger, dessen gesamte Technik in einem vier Zentimeter dünnen Aluminiumstab steckt, ist das verzeihbar. Dafür lässt sich der Stab um bis zu 170 Grad nach unten biegen, sodass der PencilVac flach unter jedes Sofa passt und plötzlich Stellen erreicht, die vorher noch nie einen Staubsauger gesehen haben.

Reichen 55 AirWatt? Der Saugtest zeigt klare Grenzen
Die Saugleistung des PencilVac liegt bei lediglich 55 AirWatt. Zum Vergleich: Der aktuelle Dyson V16 kommt auf 315 AirWatt — also fast das Sechsfache. AirWatt allein sagen jedoch wenig darüber aus, wie ein Gerät im echten Alltag performt. Deshalb testen wir mit drei Materialien: jeweils 30 Gramm Haferflocken, Katzenstreu und Vogelsand.
Die Haferflocken auf Hartboden saugt der PencilVac elegant und restlos weg — mit Ausnahme der 90-Grad-Ecken. Nach dem Durchgang wirkt der kleine Staubbehälter optisch bereits halb voll und erinnert an ein gefülltes Müsliglas. Auch 30 Gramm Katzenstreu stellen kein Problem dar: Ein kurzes Knirschen, und die Körnchen verschwinden im Rohr. Selbst bei vollem Behälter lässt sich kein nennenswerter Abfall der Saugleistung feststellen.
Beim Vogelsand zeigt sich jedoch eine deutliche Schwäche. Der feine Sand gelangt teilweise am Staubschutzmechanismus vorbei und rieselt sogar wieder aus dem Behälter heraus. Bei größeren Mengen klemmt die Mechanik so stark, dass sich das Gerät kaum noch entleeren lässt. Vogelsand ist zwar feiner als herkömmlicher Haushaltsschmutz, doch 30 Gramm sind keine unrealistische Menge — hier muss Dyson aus unserer Sicht noch nachjustieren.
Positiv überrascht hat hingegen der Teppichtest. Obwohl Dyson den PencilVac ausdrücklich nicht für Teppiche konzipiert hat, werden 30 Gramm Haferflocken auf Kurzflor sauber aufgenommen. Man muss zwar häufiger hin- und herfahren als etwa mit dem V16, aber einen Kurzflorteppich eben mal abzusaugen, ist durchaus möglich.

Fugentest: Hier fehlt die Power
Die mitgelieferte Fugenbürste eignet sich gut zum Absaugen von Fußleisten oder zum Einsammeln von Spinnweben. Bei unserem standardisierten Fugentest — drei Fugen mit jeweils 1,8 Zentimeter Tiefe und Breiten von 2, 5 und 8 Millimetern — schafft der PencilVac allerdings nur rund 80 Prozent des eingestreuten Katzenstreus. Der Rest bleibt zwischen den Brettern stecken. Der Dyson V16 besteht diesen Test sogar ohne Fugenbürste — hier zeigt sich der Leistungsunterschied dann doch sehr deutlich.
Die Akkulaufzeit liegt im Boost-Modus bei 8 Minuten und 43 Sekunden, im Eco-Modus bei knapp 30 Minuten. Für einen Akku, der im dünnen Stiel verbaut ist, sind das solide Werte. Dyson kündigt an, dass der Akku austauschbar sein soll — zum Testzeitpunkt sind auf der Dyson-Website allerdings noch keine Ersatzakkus verfügbar.

Elegant geparkt: Die Basisstation
Die Ladestation fügt sich nahtlos ins minimalistische Designkonzept ein. Sie besteht aus einer kleinen runden Schale, die per Netzkabel mit Strom versorgt wird. Der PencilVac wird einfach eingesetzt und hält dank zweier Magnete sicher in Position, während er gleichzeitig lädt. Die Fugenbürste findet auf einer integrierten Halterung Platz und ist so jederzeit griffbereit. Das Gesamtbild wirkt elegant und wohnzimmertauglich — wobei eine schlichte Wandhalterung, wie bei anderen Dyson-Modellen üblich, zum minimalistischen Charakter des PencilVac vielleicht sogar noch besser passen würde.

Unser Fazit: Spaßfaktor hoch, aber nicht für jeden Schmutz gemacht
Der Dyson PencilVac ist ein Staubsauger, der eine ganz eigene Kategorie eröffnet. Das Saugen macht mit ihm tatsächlich Spaß — er gleitet mühelos durch die Wohnung, liegt hervorragend in der Hand und sieht dabei auch noch gut aus. Für alltäglichen Schmutz wie Krümel, Staub und Haare auf Hartböden erledigt er seinen Job zuverlässig und sogar auf Kurzflorteppich überraschend ordentlich.
Doch von der reinen Saugleistung bleibt er hinter seinen großen Brüdern zurück. Das betrifft nicht nur das geringe Fassungsvermögen des Staubbehälters, sondern vor allem die Empfindlichkeit gegenüber feinem Material wie Sand. Die filigrane Mechanik des PencilVac ist für größere Mengen feinen Schmutzes schlicht nicht ausgelegt.
In kleineren Wohnungen oder als Ergänzung zu einem guten Saugroboter kann der PencilVac aber durchaus die richtige Wahl sein — denn er kann mehr, als man ihm auf den ersten Blick zutraut. Wer allerdings regelmäßig mit grobem Schmutz wie Erde oder kleinen Steinchen zu kämpfen hat, greift besser zum robusteren V16 oder Gen5. Für 500 Euro bekommt man mit dem PencilVac ein innovatives, wunderschön designtes Gerät, das den Saugalltag spürbar angenehmer macht — solange man seine Grenzen kennt.