Roborock QV 35A Test
Unser Testergebnis
Unser Test-Fazit
Der Roborock QV 35A ist ein überraschend vollwertiger Saug- und Wischroboter im Budgetsegment. Die Absaugstation, rotierenden Wischpads und die hervorragende Roborock-App bieten echten Mehrwert. Schwächen zeigen sich bei der Saugkraft (8.000 Pa), der einfachen Hauptbürste ohne Borsten und der mangelhaften Hinderniserkennung. Auf Hartböden liefert er solide Ergebnisse, auf Teppichen empfiehlt sich ein zweiter Durchgang. Für Haushalte mit überwiegend glatten Böden und moderatem Reinigungsbedarf ist er eine lohnende Wahl im mittleren Preisbereich.Vorteile
- Starke Wischleistung Wischt Kaffee und Ketchup zuverlässig weg
- Erstklassige App Voller Funktionsumfang wie bei Topmodellen
- Zuverlässige Navigation Kartiert schnell und sicher
- Gute Teppichfahrt Fährt Teppichkanten problemlos an
Nachteile
- Schwache Saugkraft 8.000 Pa reichen auf Teppich nicht immer
- Hinderniserkennung Überfährt Objekte oft ungebremst
Preisvergleich
Ausführlicher Testbericht
Roborock QV 35A im Test: Wie viel Saugroboter bekommt man für 350 Euro?
Saugroboter mit Absaugstation, rotierenden Wischpads und App-Steuerung – das klang vor wenigen Jahren noch nach Premium-Segment. Mit dem QV 35A beweist Roborock, dass solche Features mittlerweile auch für 350 Euro zu haben sind. Der Hersteller, der sich mit High-End-Modellen wie dem Saros 20 oder dem Qrevo Curv 2 Pro längst in der Oberklasse etabliert hat, bringt damit einen Budget-Roboter auf den Markt, der zumindest auf dem Papier vieles richtig macht. Doch wo genau wurde gespart, und reicht die Ausstattung für ein überzeugendes Reinigungsergebnis im Alltag? Wir haben den QV 35A ausführlich getestet.

Was steckt in der Box – und wo wurde gespart?
Die Basisstation des QV 35A fällt relativ groß aus, ist aber funktional gestaltet. Die beiden Wasserbehälter – einer für Frisch-, einer für Schmutzwasser – sitzen außen an der Station und lassen sich bequem an ihren Henkeln herausziehen. Einen separaten Tank für Reinigungsmittel gibt es nicht; stattdessen wird das Reinigungsmittel einfach dem Frischwasser beigemischt. Das ist für diese Preisklasse ein akzeptabler Kompromiss.

Der Roboter selbst misst 9,6 cm in der Höhe, bedingt durch den fest installierten Sensorturm, der sich nicht absenken lässt. Damit liegt er im Mittelfeld – unter besonders flache Möbel passt er allerdings nicht. Auf der Unterseite arbeiten zwei rotierende Wischpads, die beim Saugen auf Teppich um einen Zentimeter angehoben werden können. Die Reinigung und Trocknung der Pads übernimmt die Station automatisch.
Auffällig ist die vergleichsweise einfache Gummibürste ohne zusätzliche Borsten, wie sie bei teureren Modellen üblich ist. Auch die Saugkraft fällt mit 8.000 Pascal eher bescheiden aus. Zum Vergleich: Aktuelle Top-Modelle von Roborock erreichen 22.000 bis 25.000 Pa, der Roborock Saros 20 kommt sogar auf 36.000 Pa. Ob die niedrigere Saugkraft im Alltag zum Problem wird, zeigt der Praxistest.

Gute Orientierung, schwache Hinderniserkennung
Die erste Kartierung des Raums verläuft reibungslos und ist in rund zehn Minuten abgeschlossen. Der QV 35A orientiert sich dabei zuverlässig im Raum und verliert zu keinem Zeitpunkt die Orientierung. Im normalen Betrieb navigiert er sicher um Möbel und durch enge Passagen. Die erstellte Karte lässt sich anschließend in der App bearbeiten, Räume benennen und mit individuellen Reinigungseinstellungen versehen.

Deutliche Schwächen zeigt allerdings die Hinderniserkennung – und das ist einer der größten Kritikpunkte im Test. Trotz aktivierter Sensibilitätseinstellung in der App erkennt der Roboter Gegenstände auf dem Boden zu spät oder gar nicht. Im Test rollt er bedenkenlos über einen simulierten Hundehaufen, verschiebt Bücher und schleppt kleinere Objekte quer durch den Raum. Wer Haustiere hat oder regelmäßig Gegenstände auf dem Boden liegen lässt, sollte vor der Reinigung aufräumen. Hier fehlt eindeutig die Präzision, die man von teureren Roborock-Modellen mit fortschrittlicherer Sensorik kennt.
Türschwellen bis zu zwei Zentimeter Höhe überwindet der QV 35A, indem er Anlauf nimmt und mit Schwung auffährt. Im Test meistert er ein 1,8 cm hohes Brett problemlos. Dieselbe Technik nutzt er auch, um auf Teppiche zu klettern – und das funktioniert erstaunlich zuverlässig. Eine aktive Gehäuseanhebung besitzt der Roboter jedoch nicht, weshalb bei Schwellen über zwei Zentimetern Schluss ist.

Reichen 8.000 Pascal? Der Saugtest zeigt es
Die entscheidende Frage beim QV 35A lautet: Reichen 8.000 Pascal für ein ordentliches Saugergebnis? Um das herauszufinden, wurde eine Handvoll Haferflocken sowohl auf Teppich als auch auf Parkett verteilt.
Auf dem Teppich nimmt der Roboter den Großteil der Haferflocken auf, einzelne Flocken bleiben jedoch liegen. Besonders an den Teppichkanten tut er sich schwer – hier macht sich die begrenzte Saugkraft bemerkbar. Auf Parkett sieht das Ergebnis deutlich besser aus: Bis auf vereinzelte Reste wird alles zuverlässig aufgesaugt. Die niedrigere Saugkraft fällt auf glatten Böden also weniger ins Gewicht.

Bei der Kantenreinigung fehlt dem QV 35A eine ausfahrbare Seitenbürste. Das Ergebnis ist solide, aber in tiefen Ecken bleibt einiges an Schmutz zurück. Hier zeigt sich ein klarer Unterschied zu höherpreisigen Modellen mit ausfahrbarer Seitenbürste.
Haare nimmt der Roboter grundsätzlich problemlos auf, und selbst lange Haare verwickeln sich nicht in der Bürste. Feine Katzenhaare bleiben allerdings teilweise am Gehäuse hängen und werden so wieder auf dem Teppich verteilt. Im Test bilden sich zwei kleine Büschel, die der Roboter nicht mehr aufnimmt – hier wäre ein zweiter Durchgang nötig gewesen.

Die fehlenden Borsten an der Hauptbürste reduzieren die mechanische Schmutzaufnahme zusätzlich. In Kombination mit der begrenzten Saugkraft verstärkt sich dieses Problem – insbesondere auf Teppichböden. Positiv fällt dagegen auf, dass der QV 35A beherzt auf Teppiche auffährt und an keiner Kante hängen bleibt. Das ist keine Selbstverständlichkeit, denn selbst deutlich teurere Modelle haben hier gelegentlich Schwierigkeiten.
Überraschend sauber: So wischt der QV 35A
Die Wischfunktion war bei günstigen Saugrobotern lange Zeit eine Schwachstelle. Der QV 35A setzt hier auf zwei rotierende Wischpads – dieselbe Technik, die auch in der Oberklasse zum Einsatz kommt. Ein kleiner Wassertank im Roboter befeuchtet die Pads während der Reinigung, allerdings nur mit kaltem Wasser. Die bei Premium-Modellen inzwischen übliche Heißwasserreinigung wurde aus Kostengründen eingespart. Auch die Trocknung der Pads in der Station erfolgt mit kalter Luft statt mit Warmluft. Aus hygienischen Gründen empfiehlt es sich daher, die Wischpads regelmäßig manuell zu reinigen und gelegentlich in der Waschmaschine zu waschen.

Im Wischtest treten 7,5 Gramm Kaffeesahne und etwas Ketchup als Gegner an. Beide Verschmutzungen wischt der QV 35A sofort und ohne Probleme weg. Beim Ketchup empfiehlt es sich, den Bereich zweimal wischen zu lassen, damit keine klebrigen Rückstände verbleiben. Für diese Preisklasse ist das Wischergebnis überraschend gut.
Auch bei der Wischfunktion zeigt sich die bereits bekannte Schwäche bei der Kantenreinigung: Da die Wischpads nicht seitlich ausfahren können, bleiben Ränder und Ecken teilweise ungereinigt. Zum Schutz von Teppichen hebt der QV 35A die Wischpads um einen Zentimeter an. Das reicht für die meisten Fälle aus, ideal wäre es jedoch, wenn er die Pads komplett in der Station belassen könnte – ein Feature, das bislang teureren Modellen vorbehalten ist.
Schlicht, aber funktional: Station und Wartungsaufwand
Die Basisstation ist funktional, aber schlicht gehalten. Ein Designer-Objekt ist sie nicht, wobei das letztlich vom Aufstellort und den persönlichen Ansprüchen abhängt. Optisch dominiert Kunststoff in schlichtem Weiß – wer die Station in einem offenen Wohnbereich platziert, sollte sich bewusst sein, dass sie durchaus auffällt. Der Schmutz wird nach jeder Reinigung automatisch abgesaugt und in einem größeren Staubbeutel in der Station gesammelt. Je nach Reinigungsfrequenz hält ein Beutel mehrere Wochen, bevor er gewechselt werden muss.

Das Abwasser sollte mindestens alle drei Tage entleert werden, um unangenehme Gerüche und die Bildung von Keimen zu vermeiden. Reinigungsmittel wird direkt in den Frischwassertank gegeben – entweder das Original von Roborock oder ein herkömmliches, schwach schäumendes Mittel. Der Wartungsaufwand bewegt sich insgesamt in einem überschaubaren Rahmen, erfordert aber etwas mehr Eigeninitiative als bei Premium-Stationen mit Heißwasserreinigung und automatischer Mittel-Dosierung.
Premium-App zum Budget-Preis
Bei der App profitiert der QV 35A deutlich von der Zugehörigkeit zum Roborock-Ökosystem. Die Roborock-App zählt zu den besten auf dem Markt, und das gilt auch für den QV 35A – Abstriche gegenüber teureren Modellen gibt es hier nicht. Die Einrichtung erfolgt schnell über einen QR-Code unter der Abdeckung des Roboters.

Die Menüführung ist intuitiv und bietet umfangreiche Einstellmöglichkeiten. Im Automatikmodus erkennt der Roboter Bodenbeläge selbstständig und passt sein Reinigungsverhalten entsprechend an. Alternativ lassen sich individuelle Vorgaben definieren: Teppiche auslassen, virtuelle Grenzen und Sperrzonen setzen oder Haustiere in der App angeben. Besonders praktisch ist die Zonenfunktion, über die sich mit einem Klick auf den ausgewählten Bereich alle relevanten Einstellungen wie Saugstärke, Wischintensität und Anzahl der Durchgänge direkt anpassen lassen. Dass Roborock bei der Software keine Abstriche gegenüber den teureren Modellen macht, ist ein echter Pluspunkt – und macht die App zu einem der klaren Highlights des QV 35A.
Unser Fazit: Fast wie die Großen
Der Roborock QV 35A zeigt eindrücklich, wie weit sich das Preis-Leistungs-Verhältnis bei Saugrobotern in den letzten Jahren verschoben hat. Für 350 Euro erhält man einen vollwertigen Saug- und Wischroboter mit Absaugstation, rotierenden Wischpads und einer erstklassigen App – das wäre vor nicht allzu langer Zeit undenkbar gewesen.

Natürlich hat Roborock an einigen Stellen gespart: Die Saugkraft ist mit 8.000 Pa unterdurchschnittlich, die Hauptbürste kommt ohne Borsten aus, eine ausfahrbare Seitenbürste fehlt, und die Reinigung erfolgt ausschließlich mit kaltem Wasser. Auch die Hinderniserkennung überzeugt nicht. Gleichzeitig liefert der Roboter eine zuverlässige Navigation, eine überraschend gute Wischleistung und die bewährte App-Qualität eines etablierten Herstellers.
Für Haushalte mit überwiegend Hartböden und moderatem Reinigungsbedarf ist der QV 35A eine solide Wahl. Auf Teppichen empfehlen sich aufgrund der begrenzten Saugkraft zwei Durchgänge oder ergänzend ein Handstaubsauger. Wer bereit ist, rund 150 Euro mehr zu investieren, sollte sich den Mova P50 Pro Ultra ansehen: Er bietet eine ausfahrbare Seitenbürste und bis zu 19.000 Pa Saugkraft für aktuell rund 500 Euro. Für Nutzer, denen Hygiene besonders wichtig ist, kommt der Roborock Qrevo Curv 2 Pro infrage – mit abnehmbaren Wischpads und Heißwasserreinigung bei bis zu 100 Grad, allerdings zu einem Preis von rund 800 Euro.