Dreame X60 Pro Ultra Complete Test
Unser Testergebnis
Unser Test-Fazit
Der Dreame X60 Pro Ultra Complete ist ein Premium-Saugroboter, der vor allem an Ecken und Kanten überzeugt. Die ausfahrbare Seitenbürste und der bis 18 cm reichende Mopparm liefern hier herausragende Ergebnisse, dazu kommt das beste Hochflor-Resultat im Test. Auch Saugkraft, leiser Betrieb und das üppige Zubehörpaket wissen zu gefallen. Schwächen zeigen sich bei der teils zu vorsichtigen Navigation und an hohen Türschwellen ab fünf Zentimetern, die er nur mit Rampe meistert. Ideal für anspruchsvolle Haushalte ohne hohe Schwellen, die Wert auf gründliche Kantenreinigung und smarten Komfort legen und in der Premium-Klasse investieren möchten.Vorteile
- Top Kantenreinigung Mopparm fährt bis 18 cm aus
- Starke Saugleistung Bestes Hochflor-Ergebnis
- Riesiges Zubehör Verschleißteile für ein Jahr direkt im Lieferumfang
- Leise und smart Nur 56 bis 60 dB, Navigation mit Licht in dunklen Ecken
Nachteile
- Schwäche an Schwellen 5-cm-Kanten schafft er nur mit zusätzlicher Rampe
- Unrunde Navigation Meidet enge Stellen und reagiert empfindlich auf Umstellen
Preisvergleich
Ausführlicher Testbericht
Dreame X60 Pro Ultra Complete im Test: Kommt endlich ein Roboter in jede Ecke?
Mit dem X60 Pro Ultra Complete schickt Dreame die nächste Generation seiner Premium-Saugroboter ins Rennen – und die Liste der neuen Features ist beeindruckend: eine ausfahrbare, rotierende Seitenbürste mit zwei Gelenken, ein ausfahrbares Wischpad auf einem echten Roboterarm und eine Leistenbürste, die Staub von den Fußleisten fegt. Dazu kommt eine Saugleistung von 42.000 Pascal, die alles übertrifft, was bisher auf dem Markt war. Wir haben den X60 ausführlich getestet und zeigen, ob das Gesamtpaket im Alltag hält, was das Datenblatt verspricht.
Edler Auftritt: Erster Eindruck und ein üppiges Zubehörpaket

Schon beim Auspacken macht der X60 einen hochwertigen Eindruck. Die Station ist mittelgroß, eckig und mit dezenten, champagner-goldenen Applikationen versehen. Die Front zeigt einen matten Schwarz-Spiegel-Effekt, der sehr elegant wirkt – allerdings auch ein Magnet für Fingerabdrücke ist. Neben der schwarzen Variante ist der X60 auch in Weiß erhältlich.
Das „Complete“ im Namen ist keine leere Floskel: Dreame zeigt sich beim Zubehör ausgesprochen großzügig. Im Karton liegen zwei Ersatz-Hauptbürsten, insgesamt acht Wischpads, drei Staubbeutel, zwei Ersatzfilter, eine Ersatz-Seitenbürste, die erwähnte Leistenbürste und sogar ein ganzer Liter Reinigungsmittel. Das Reinigungsmittel kommt in ein spezielles Fach in der Station, der Roboter dosiert die Menge während der Arbeit komplett selbstständig. Mit ausgefahrenem LiDAR-Turm ist der X60 11,1 Zentimeter hoch, mit eingefahrenem Turm nur 8,9 Zentimeter – damit passt er auch unter flachere Möbel.
Einrichtung: Schnell startklar, Karte mit Startschwierigkeiten
Die Einrichtung läuft, wie man es von Dreame gewohnt ist: schnell und intuitiv. Gesteuert wird alles über die App, die gut durch den gesamten Prozess führt. Beim Kartieren merkt man, wie viel Erfahrung Dreame inzwischen im Bau von Saugrobotern hat: Der X60 gleitet geschmeidig durch die Wohnung, orientiert sich blitzschnell im Raum und ist – solange er nur fährt und nicht saugt – angenehm leise. Die Bewegungen wirken fast schon elegant.
Beim ersten Durchgang war die Karte allerdings nicht besonders genau, einige Details fehlten. Das lässt sich verschmerzen, denn in der App kann man die Karte in Ruhe nachbearbeiten: Schwellen einzeichnen, Möbel markieren, Räume anpassen – all das ist intuitiv gelöst. Zudem entwickelt der Roboter die Karte während des Saugens weiter. Je öfter er fährt, desto besser kennt er sich in der Wohnung aus. Praktisch: Mit dem Sprachbefehl „Hi Dreame“ lässt sich der Roboter auch ohne App losschicken und gezielt in bestimmte Bereiche dirigieren.
Dual Ultra Extend: Das Feature, das den Unterschied macht

Bevor es an den großen Saug- und Wischtest geht, lohnt ein Blick auf das eigentliche Killer-Feature. Der X60 kann sowohl die Seitenbürste als auch eines seiner Wischpads ausfahren – Dreame nennt das „Dual Ultra Extend“-Technologie. Die Seitenbürste vorne fährt bis zu 12 Zentimeter seitlich aus. Das Wischpad hinten geht noch einen Schritt weiter: Es sitzt auf einem Roboterarm mit Doppelgelenk, der sich bis zu 18 Zentimeter ausstreckt und dabei flexibel abwinkeln kann. Beide arbeiten unabhängig voneinander, je nach Aufgabe.
Das klingt zunächst nach einer Kleinigkeit, macht im Alltag aber den entscheidenden Unterschied: Der X60 kommt an Stellen, die für normale Saugroboter schlicht unerreichbar sind – um Lampenfüße herum, hinter Lautsprecherboxen und eng an der Fußleiste entlang.
Saugtest: Leise, gründlich und mit Bestwert auf Hochflor

Für den Praxistest musste der Dreame im „CleanGenius“-Automatikmodus unser Testwohnzimmer reinigen. Am Eingang lag Erde neben den Schuhen, auf dem Teppich eine Handvoll Bügelperlen, dazu Schmutz entlang der Bücherkante. Der X60 setzte seine ausfahrbare Seitenbürste dabei auffällig häufig und gezielt ein: Er fuhr sauber um jedes Möbelbein herum, arbeitete sich unter Schränke und schaltete dort automatisch sein Licht ein. Das alles bei einer Lautstärke von nur 56 bis 60 Dezibel – sehr leise und im Alltag angenehm zurückhaltend. Auch unter und um unseren Glastisch blieb am Ende nur eine einzige Bügelperle liegen.
Das Highlight war aber der weiße Hochflor-Teppich. Den nahm sich der Roboter ganz zum Schluss vor – und hinterließ gerade einmal drei Teilchen. Das ist das beste Hochflor-Ergebnis, das wir bisher bei einem Saugroboter gesehen haben – und das will etwas heißen, denn über Hochflor stolpern fast alle Modelle. Auch beim Thema Haare gibt es Entwarnung: Im Haartest wickelte sich zwar zwischenzeitlich ein Büschel um die Seitenbürste, es löste sich aber von selbst wieder. Die Anti-Verhedder-Technik funktioniert zuverlässig.
Härtetest Haferflocken: Hier zeigt der X60 seine Schwachstelle
Beim Härtetest wird es traditionell unangenehm: 30 Gramm Haferflocken, verteilt auf einem blauen Mittelflor-Teppich und dem weißen Hochflor. Auf dem weißen Teppich war das Ergebnis erneut richtig gut. Auf dem blauen Teppich scheiterte der X60 auf mittlerer Saugstufe dagegen deutlich. Eine Wiederholung auf Maximalstufe holte spürbar mehr heraus, doch auf dem blauen Teppich blieben auffällig viele Haferflocken liegen – vor allem in der Kante zwischen den beiden Teppichen. Zugegeben, das ist eine besonders fiese Stelle. Trotzdem zeigt der Test: Für die gründliche Teppichreinigung sollte man den klassischen Staubsauger nicht gleich entsorgen.
Beim Klettern hinterlässt der X60 einen gemischten Eindruck. Auf unseren Teppich fuhr er ohne Probleme. Bei unserer fünf Zentimeter hohen Schwelle meldete die App jedoch schon während der Kartierung, diese sei zu hoch – obwohl der Hersteller eine Kletterhöhe von bis zu fünf Zentimetern angibt. Wir haben die Schwelle in der App manuell als passierbar markiert und den Roboter zum Klettern gezwungen: Es klappte gerade so. Im Alltag würden wir bei derart hohen Kanten eher zu einer kleinen Rampe raten, die es inzwischen von vielen Anbietern gibt.

Die Hinderniserkennung kennen wir von Dreame bereits – und sie ist weiterhin richtig gut. Wie beim Vorgängermodell kommen ein einfahrbarer LiDAR-Turm und eine KI-gestützte Doppelkamera zum Einsatz. Fußbällen, einem Spielzeug-Hundehaufen und unserer kleinen Test-Robbe wich der Roboter souverän aus. Aufgefallen ist uns allerdings, dass der X60 empfindlich reagiert, wenn Möbel umgestellt oder kartierte Teppiche verschoben werden. In dem Fall hilft es, die Karte zu löschen und neu erstellen zu lassen – das dauert etwa fünf Minuten und erspart verwirrtes Herumfahren oder das Anfahren von Gegenständen.
Espresso-Test: So wischt der Roboterarm
Kommen wir zur großen Innovation. Um das ausfahrbare Wischpad zu testen, haben wir Espresso rund um die Stuhlbeine unseres Sofas verteilt. Der Dreame umkurvte die Beine nacheinander und maß dabei kontinuierlich die Verschmutzung. Vergaß er eine Stelle, kehrte er anschließend zurück und reinigte nach. Registriert der X60 beim Wischen zusätzlich Krümel, saugt er diese direkt mit ein. Wenn er dann noch die Seitenbürste gezielt am Bücherregal entlang ausfährt und die rotierende Bürste dazuschaltet, wirkt der X60 wie eine echte Reinigungsmaschine.
Ein Ärgernis im Test: Unsere Testfläche wurde auch nach erneuter Kartierung als Teppich erkannt, weshalb nur ein Teil gewischt werden konnte. Immerhin ließ sich so gut vergleichen – die gewischten Stellen wurden wieder richtig weiß. Seine Grenzen hat der Dreame, wie alle Saugroboter mit Pads, bei größeren Flüssigkeitsmengen und hartnäckig angetrockneten Flecken. Wer es noch gründlicher braucht, sollte sich ein Gerät mit Wischwalze ansehen, etwa den MOVA Z60. Im Alltag sprechen aber gute Argumente für die Pads: Hartnäckige Flecken sind selten, und die Wischpads lassen sich einfach in die Waschmaschine werfen – das gelingt bei Walzenrobotern nur bei wenigen Modellen.
Station und Wartung: 100 Grad auf dem Papier, 56 Grad im Test
Die Station bringt das übliche Setup mit: Frischwassertank, Abwassertank und zusätzlich den Behälter für das Reinigungsmittel. Die leicht verchromt wirkende Front fügt sich durch die spiegelnde Oberfläche fast unauffällig in den Raum ein – bleibt aber, wie erwähnt, anfällig für Fingerabdrücke.
Laut Hersteller muss die Station bei durchschnittlicher Verschmutzung nur alle 100 Tage aufgefüllt werden. Aus unserer Testerfahrung wissen wir: Wer auf höchster Stufe wischt, braucht deutlich früher frisches Wasser. Das Schmutzwasser sollte man außerdem mindestens einmal pro Woche wechseln – das ist hygienischer und verlängert die Freude am Gerät.

Spannend ist die beworbene Heißwasserreinigung: Laut Dreame kann die Station die Pads mit 100 Grad heißem Wasser säubern, was allerdings erst in der App aktiviert werden muss. In unserem Test kamen die Wischpads dabei auf 30 Grad, in der Station selbst haben wir bis zu 56 Grad gemessen. Das klingt ernüchternd, ist aber einzuordnen: Bisher hat noch kein Saugroboter mit angegebener 100-Grad-Reinigung diese Werte im Test tatsächlich erreicht. Immerhin bietet die App fünf Wärmestufen von kalt bis Heißwasserwischen.
Unser Fazit: Neue Referenz für Ecken und Hochflor
Der Dreame X60 Pro Ultra Complete ist ein beeindruckendes Stück Technik. Mit dem neuen Roboterarm-Wischpad reinigt er Ecken gründlicher als jeder andere Saugroboter, den wir bisher getestet haben – allein das ist für Besitzer älterer Modelle ein starkes Upgrade-Argument. Dazu kommen die beste Saugleistung auf Hochflor, die wir je gemessen haben, die ebenfalls ausfahrbare Seitenbürste, eine smarte Navigation und ein Zubehörpaket, das kaum Wünsche offenlässt.

Ganz ohne Kritik kommt der X60 aber nicht davon: Auf unserem blauen Teppich schwächelte er beim Haferflocken-Test, seine Fahrwege wirken gelegentlich verwirrend, und Veränderungen an der ursprünglichen Kartierung – etwa verschobene Möbel – bringen ihn zunächst aus dem Konzept.
Preislich liegt der X60 Pro Ultra Complete bei rund 1.500 Euro und damit klar in der Premium-Klasse; in Aktionszeiträumen ist er teilweise schon für 1.200 bis 1.300 Euro zu haben. Wer eher zu Roborock tendiert, findet im Roborock Saros 20 eine Alternative, die in einer ähnlichen Liga saugt und wischt – allerdings ohne derart weit ausfahrbare Wischpads. Für alle anderen gilt: Wer das Maximum an Ecken- und Kantenreinigung sucht, kommt am Dreame X60 aktuell nicht vorbei.