Siemens EQ.700 iAroma Test
Unser Testergebnis
Unser Test-Fazit
Der Siemens EQ.700 iAroma ist ein vielseitiger Kaffeevollautomat mit riesiger Getränkeauswahl von bis zu 41 Spezialitäten. Im Test überzeugt er mit cremigem Milchschaum, schokoladigem Espresso und gleichmäßiger Crema. Das leise Keramikmahlwerk und die intuitive Bedienung per 5-Zoll-Touchdisplay sowie Home-Connect-App machen den Alltag komfortabel, inklusive Nutzerprofilen und Fernsteuerung. Getränke laufen angenehm heiß aus. Weniger überzeugend sind das große, schwere Gehäuse und das fehlende Pulverfach. Zudem lassen sich Menge, Temperatur und Stärke nur in groben Stufen wählen. Ideal für Genießer, die Vielfalt und smarte Steuerung schätzen und genug Platz auf der Arbeitsplatte haben.Vorteile
- Riesige Auswahl Bis zu 41 Spezialitäten auf Knopfdruck
- Angenehm leise Keramikmahlwerk arbeitet sehr ruhig
- Smarte Steuerung Touchdisplay und Fernsteuerung per App
- Cremiger Milchschaum Cappuccino und Latte gelingen perfekt
Nachteile
- Groß und schwer Braucht viel Platz auf der Arbeitsplatte
- Grobe Einstellung Stärke und Menge nur in Stufen wählbar
Preisvergleich
Ausführlicher Testbericht
Siemens EQ.700 iAroma im Test: Gelungenes Upgrade?
Die Siemens EQ.700 zählte schon in ihrer ersten Version zu den beliebtesten Oberklasse-Kaffeevollautomaten überhaupt. Im Frühjahr 2026 hat Siemens nun nachgelegt und mit der EQ.700 iAroma die überarbeitete Version auf den Markt gebracht. Da stellt sich natürlich die Frage: Handelt es sich um ein echtes Upgrade oder nur um ein Facelift mit neuem Namen? Genau das haben wir getestet: Espresso, Cappuccino, Cold Brew, aber auch Bedienung und Reinigung. Das Ergebnis vorweg: Die EQ.700 iAroma ist eher eine Modellpflege als eine radikale Neuentwicklung — aber weiterhin ein richtig guter Kaffeevollautomat. Wo die Maschine überzeugt, wo sie schwächelt und für wen sich ein Blick auf die Konkurrenz lohnt, klären wir in diesem Testbericht.

Edelstahl trifft Hochglanz-Plastik: Der Ersteindruck
Auf den ersten Blick macht die EQ.700 iAroma ordentlich was her. Die Edelstahl-Front sieht schick aus und verleiht der Maschine genau den Premium-Look, den man von Siemens erwartet. Auch das große 5-Zoll-Display fällt sofort ins Auge und unterstreicht den hochwertigen Auftritt. Ganz ohne Kritik kommt die Verarbeitung allerdings nicht davon: Die Seitenteile aus Hochglanz-Plastik fühlen sich für ein Gerät dieser Preisklasse ziemlich klapprig an. Von vorne also hui, von der Seite eher naja. Ein Drama ist das nicht, aber gerade von Siemens hätten wir hier etwas mehr erwartet.

Dazu kommt: Die Maschine ist ein ganz schöner Brocken. Die iAroma fällt relativ klobig aus und braucht ordentlich Platz auf der Arbeitsplatte. Das hat allerdings auch eine gute Seite, denn Bohnenfach und Wassertank sind besonders groß — Nachfüllen ist damit deutlich seltener nötig. Wer viel Kaffee trinkt, etwa im großen Familienhaushalt oder in einem kleinen Büro, profitiert davon im Alltag spürbar.
Ein Detail sollten Interessenten vorher wissen: Austauschbare Bohnenbehälter oder einen Einfüllschacht für Kaffeepulver gibt es nicht. Wer zwischendurch entkoffeinierten Kaffee trinken möchte, kann das bei dieser Maschine also nicht ohne Weiteres tun.
Bedienung: Riesiges Display, starke App
Bei der Bedienung zeigt Siemens, was Oberklasse bedeutet. Das Herzstück ist der 5-Zoll-Touchscreen, was für einen Kaffeevollautomaten wirklich riesig ist. Die Benutzeroberfläche hat mit der iAroma-Version einen Refresh bekommen und funktioniert absolut intuitiv: Man wischt sich durch die Getränke, tippt an, was man möchte — fertig.

Die Auswahl kann sich sehen lassen: Insgesamt stehen 41 Getränke zur Verfügung, darunter Kaffeespezialitäten aus aller Welt. Damit die Suche nach dem Lieblingsgetränk nicht zur Geduldsprobe wird, lassen sich bis zu 30 Getränke als Favoriten speichern. So kann jeder im Haushalt seinen Lieblingskaffee genau so ablegen, wie er ihn mag — mit allen individuellen Einstellungen. Gerade in Mehrpersonen-Haushalten, in denen jeder andere Vorlieben hat, ist das im Alltag ein echter Komfortgewinn.

Ein Detail hat uns im Test besonders gefallen: Man kann einstellen, ob beim Cappuccino zuerst der Milchschaum oder zuerst der Espresso in die Tasse läuft. Das klingt zunächst nach Spielerei, macht aber optisch wie geschmacklich einen echten Unterschied — und zeigt, dass sich bei der Entwicklung jemand Gedanken gemacht hat.
Auch die Steuerung über die Siemens Home Connect App überzeugt. Die Kopplung mit der Maschine klappte im Test auf Anhieb, die App ist flott und intuitiv zu bedienen. Da haben wir bei anderen Herstellern schon deutlich Schlimmeres erlebt. Unterm Strich ist die Bedienung damit richtig stark — aber am Ende zählt bei einem Kaffeevollautomaten natürlich vor allem das, was in der Tasse landet.

Espresso mit dichter Crema: So schmeckt der Kaffee
Beginnen wir mit der Königsdisziplin, dem Espresso. Obwohl der Bezug eigentlich etwas zu schnell durchläuft, kann sich das Ergebnis sehen lassen: Der Espresso überzeugt mit einer schönen, dichten Crema, und auch der Geschmack ist für einen Kaffeevollautomaten ziemlich ausgewogen und vollmundig. Im Vergleich zu den besten Vollautomaten von Jura oder De'Longhi bleibt geschmacklich vielleicht noch etwas Luft nach oben — aber das ist Meckern auf hohem Niveau.

Auch der Café Crema kann geschmacklich überzeugen. Der Kaffee kommt dabei mit rund 70 °C aus der Maschine, also nicht ganz so heiß wie bei manch anderem Vollautomaten. Das muss aber kein Nachteil sein: So ist der Kaffee direkt trinkbar, ohne dass man sich die Zunge verbrennt.
Erfreulich ist auch die geringe Geräuschentwicklung: Beim Mahlvorgang haben wir 67 dB gemessen. Das entspricht ungefähr einer angeregten Unterhaltung. Damit zählt die Siemens zu den leisesten Kaffeevollautomaten, die wir bisher getestet haben.

Cremig auf Knopfdruck: Der Milchschaum ist top
Ihre wahre Stärke spielt die Siemens EQ.700 iAroma bei Cappuccino, Latte Macchiato und Co. aus, denn der Milchschaum ist das Highlight dieser Maschine. Er gelingt hervorragend und wird wunderbar cremig. Das kennen wir so schon von anderen Siemens-Modellen, und die iAroma macht an dieser Stelle genau da weiter. Cappuccino und Latte Macchiato gelingen zuverlässig auf Knopfdruck. Die Milch kommt dabei mit angenehmen 55 °C in die Tasse. Das ist warm genug, aber nicht so heiß, dass die natürliche Süße der Milch verloren geht.

Einen Haken gibt es allerdings: Weder die Milchtemperatur noch die Konsistenz des Milchschaums lassen sich einstellen. Bei diesem Preis hätten wir uns hier mehr Spielraum gewünscht — auch wenn das Ergebnis ab Werk wirklich stark ist. Wer seinen Schaum gerne fester oder flüssiger mag, hat bei der EQ.700 schlicht keine Optionen.
Cold Brew eher lauwarm als kalt
Heiß kann die Siemens also richtig gut. Aber wie sieht es aus, wenn es kalt werden soll? Die EQ.700 iAroma bringt nämlich auch eine Cold-Brew-Funktion mit. Auf dem Papier ist das ein tolles Extra, gerade für heiße Sommertage, an denen die Lust auf dampfend heißen Kaffee eher gering ist. In der Praxis waren wir dann allerdings etwas ernüchtert: Beim Cold Brew haben wir eine Temperatur von 47 °C gemessen. Das ist eher lauwarm als kalt. Mit ein paar Eiswürfeln im Glas kommt man zwar ans Ziel, aber ein echtes Kaltgetränk direkt aus der Maschine sieht anders aus. Andere Maschinen wie die Philips Aromis brühen den Cold Brew immerhin mit Zimmertemperatur.

Und kalten Milchschaum beherrscht die Maschine gar nicht: Selbst beim Cold Brew Macchiato kam die Milch in unserem Test heiß dampfend aus dem Auslauf. Wem Eiskaffee und kalte Milchspezialitäten wichtig sind, für den ist die Siemens nicht die richtige Wahl. Das können andere Geräte in derselben Preisklasse besser.
Reinigung mit Licht und Schatten
Bleibt noch eine Frage, die im Alltag mindestens genauso wichtig ist wie der Geschmack: Wie aufwendig ist die Reinigung? Hier gibt es Licht und Schatten. Positiv: Die Brühgruppe lässt sich einfach entnehmen und unter dem Wasserhahn abspülen. Das ist in Sachen Hygiene ein echter Pluspunkt. Auch sonst ist die Reinigung im Prinzip genauso unkompliziert wie bei den meisten anderen Vollautomaten.

Zwei Dinge haben uns im Test allerdings gestört: Erstens fällt der Kaffeesatzbehälter relativ flach aus, sodass teilweise Kaffeesatz daneben in der Tropfschale landet. Und zweitens lässt sich das Gitter der Tropfschale wegen des Plastikeinsatzes nicht so einfach reinigen — mit dem Lappen kommt man schlecht in die Rillen. Beides ist keine Katastrophe, aber es sind Kleinigkeiten, die bei einer Maschine im täglichen Einsatz auf Dauer nerven können.
Unser Fazit: Modellpflege statt Revolution — aber eine richtig gute
Was bleibt also nach unserem Test? Zunächst einmal: Die Siemens EQ.700 iAroma ist eher eine Modellpflege als eine radikale Neuentwicklung. Ein paar zusätzliche Getränke, ein aufgefrischtes Display, einige Verbesserungen im Detail — aber eben keine Revolution. Und trotzdem gilt: Die EQ.700 iAroma ist ein richtig guter Kaffeevollautomat.
Espresso und Café Crema geraten ausgewogen und aromatisch, und der Milchschaum gehört zum Besten, was es in dieser Preisklasse gibt. Das große Display macht zusammen mit der sehr guten App die Bedienung zum Vergnügen. Kleinere Abstriche muss man bei der Verarbeitung und der Reinigung machen. Das ist Meckern auf hohem Niveau, aber von Siemens hätten wir hier mehr erwartet. Die Cold-Brew-Funktion wiederum ist eher ein nettes Extra als ein echtes Kaufargument.

Preislich spielt die EQ.700 iAroma mit rund 1.000 Euro klar in der Oberklasse. Dafür bekommt man aber auch ein Gesamtpaket, das im Alltag einfach und zuverlässig funktioniert. Wer in diesem Preissegment unterwegs ist und Wert auf kalte Getränke legt, sollte sich unbedingt auch die De'Longhi Eletta Ultra anschauen: Sie bietet über 50 Getränke, echten kalten Milchschaum aus einem separaten Milchbehälter und einen sehr guten Espresso. Und wer vor allem den Milchschaum im Blick hat, aber deutlich weniger ausgeben möchte, findet in der Siemens EQ.500 für rund 600 Euro eine spannende Alternative: Sie macht ebenfalls hervorragenden, cremigen Milchschaum — verzichtet für den geringeren Preis aber auf App, Cold Brew und die große Getränkeauswahl.