Design-Vollautomat

KitchenAid KF4 Test

Espressomaschine · 1,8 l · Kaffeebohnen · Eingebautes Mahlwerk
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Unser Testergebnis

Kaffeevollautomaten
Gut (1,5)
KitchenAid KF4
07/2026
Einzelergebnisse
Verarbeitung:
1,3
Geschmack:
1,5
Milchfunktion:
1,8
Handhabung:
1,8
Ausstattung:
1,8

Unser Test-Fazit

Die KitchenAid KF4 ist ein Kaffeevollautomat, der bewusst auf das Wesentliche setzt. Statt App, Cold Brew und riesiger Getränkeliste liefert sie vor allem eines: sehr guten Kaffee. Der Espresso schmeckt vollmundig mit dicker Crema, der Milchschaum aus dem abnehmbaren Milchbehälter gelingt feinporig und cremig. Dazu kommen eine hervorragende Verarbeitung und eine schmale, elegante Bauform, die in fast jede Küche passt. Bedient wird alles über einen übersichtlichen Touchscreen. Kleinere Abstriche gibt es bei der Reinigung: Milchbehälter und Schalen müssen von Hand gespült werden, die Tropfschale ist klein, das Mahlwerk hörbar laut. Dennoch ist sie ideal für alle, die Design und Kaffeequalität über Funktionsvielfalt stellen.

Vorteile

  • Sehr guter Espresso Vollmundig mit dicker Crema
  • Cremiger Milchschaum Feinporig für Cappuccino und Co.
  • Edles Design Schmal, hochwertig, kein Klappern
  • Einfache Bedienung Touchscreen ohne Menü-Wirrwarr

Nachteile

  • Handwäsche nötig Milchtank nicht spülmaschinenfest
  • Lautes Mahlwerk Mit 75 dB relativ laut

Preisvergleich

Ausführlicher Testbericht

Stefan Laun
Stefan Laun

KitchenAid KF4 im Test: Schönes Design, guter Kaffee?

Kaffeevollautomaten sind selten Schönheiten. Die meisten Geräte sind klobige Kisten, die sich in eine Küche ungefähr so elegant einfügen wie ein Bürodrucker. Und je teurer sie werden, desto mehr Features kommen hinzu – hübscher werden sie dadurch allerdings nicht. Die KitchenAid KF4 bricht mit diesem Muster: Ein Kaffeevollautomat, der aussieht wie ein Designobjekt – und der gleichzeitig auf einiges verzichtet, was in seiner Preisklasse eigentlich Standard ist: Keine App, kein Cold Brew, keine riesige Getränkeauswahl. Kann das gutgehen?

Wir haben die KF4 ausführlich getestet – vom Espresso über den Milchschaum bis zur Reinigung –, damit klar ist, was man für sein Geld tatsächlich bekommt. So viel vorweg: Diese Maschine geht einen ganz anderen Weg als alle anderen Oberklasse-Vollautomaten, die wir bisher im Test hatten. Ob sich dieser Weg lohnt, hängt stark davon ab, was einem bei einem Kaffeevollautomaten wirklich wichtig ist.

Die KitchenAid KF4 mit separatem Milchbehälter - schmal, hoch, elegant.

Foto: Die KitchenAid KF4 mit separatem Milchbehälter - schmal, hoch, elegant.

Ersteindruck: Endlich mal ein Vollautomat, der gut aussieht

Die KitchenAid KF4 ist in den Farbvarianten Schwarz und Weiß erhältlich; wir hatten die creme-weiße Ausführung im Test. Schon beim Auspacken hinterlässt das Gerät einen starken Eindruck: Die KF4 ist schmal und hoch gebaut. Dadurch wirkt sie ausgesprochen elegant und längst nicht so wuchtig wie die meisten Konkurrenten. Dazu kommt eine Verarbeitung, die man in dieser Form selten sieht. Das Gehäuse besteht zwar komplett aus Kunststoff, aber aus richtig hochwertigem: Nichts klappert, nichts wackelt. Die Verarbeitung gehört zum Besten, was wir bisher in der Hand hatten. Genau das, was man von einem Produkt aus dem Hause KitchenAid erwartet.

Die schmale Bauform hat allerdings auch eine Kehrseite: Der Wassertank sitzt nicht seitlich, sondern hinten am Gerät. Je nach Standort in der Küche kommt man also nicht ganz so bequem an ihn heran. Auch das Einsetzen des Wasserfilters ist mit großen Händen ziemlich fummelig. Immerhin hat KitchenAid mitgedacht: An der Rückseite des mitgelieferten Kaffeelöffels sitzt ein kleines Spezialwerkzeug, mit dem sich der Filter deutlich leichter einsetzen lässt.

Der Wassertank sitzt hinten am Gerät und ist dadurch schlechter erreichbar.

Foto: Der Wassertank sitzt hinten am Gerät und ist dadurch schlechter erreichbar.

Eine weitere Überraschung: Der Regler für den Mahlgrad befindet sich nicht wie üblich im Bohnenfach, sondern seitlich hinter der Abdeckung der Brühgruppe. Das muss man erst einmal finden – wer die Position aber einmal kennt, hat damit kein Problem mehr. Zur Auswahl stehen fünf Mahlgradstufen, was im Vergleich zu anderen Vollautomaten relativ wenig ist.

Der Mahlgradregler versteckt sich seitlich hinter der Brühgruppenabdeckung.

Foto: Der Mahlgradregler versteckt sich seitlich hinter der Brühgruppenabdeckung.

Bedienung: Reduziert aufs Wesentliche

Bedient wird die KF4 über einen kleinen Touchscreen und Sensortasten an der Front. Das Konzept ist ziemlich intuitiv: Man findet sich sofort zurecht, ohne die Anleitung wälzen zu müssen. Ein Manko gibt es allerdings – der Touchscreen erkennt keine Wischgesten. Statt durch die Getränke zu scrollen, muss man sich von Getränk zu Getränk durchklicken. Das klingt zunächst nervig, ist in der Praxis aber halb so wild, denn die Auswahl ist mit 20 Getränken überschaubar. Zum Vergleich: Andere Oberklasse-Vollautomaten bieten teilweise 50 Getränke und mehr.

Ohne Wischgesten klickt man sich von Getränk zu Getränk durch.

Foto: Ohne Wischgesten klickt man sich von Getränk zu Getränk durch.

Genau hier zeigt sich die Philosophie der KF4: Es gibt keine App und auch keine Assistenzfunktion wie "Bean Adapt" bei De'Longhi, die dich bei den Einstellungen an die Hand nimmt. Was bei anderen Herstellern längst zum guten Ton der Oberklasse gehört, lässt KitchenAid bewusst weg. Wer die modernsten Features sucht, wird mit dieser Maschine also nicht glücklich. Wer dagegen einfach nur guten Kaffee möchte, ohne sich durch verschachtelte Menüs zu arbeiten oder erst eine App einzurichten, dürfte das reduzierte Konzept sogar als Vorteil empfinden. Die Bedienung bleibt dadurch angenehm übersichtlich: man wählt sein Getränk, passt bei Bedarf ein paar Parameter an, fertig.

Espresso und Café Crema: Schneller Durchlauf, starker Geschmack

Womit wir bei der entscheidenden Frage wären: Wie gut ist der Kaffee denn nun wirklich? Denn das schönste Design nützt wenig, wenn das Ergebnis in der Tasse nicht stimmt. Beim Espresso fiel im Test zunächst auf, dass er selbst auf feinstem Mahlgrad relativ schnell durchläuft. Normalerweise ist das ein Warnsignal, das einen dünnen, unterextrahierten Espresso erwarten lässt. In unserem Test überzeugte der Espresso geschmacklich dennoch auf ganzer Linie – vollmundig, ausgewogen und mit einer schön dicken Crema obendrauf. Von der schnellen Durchlaufzeit merkt man im Geschmack also erstaunlicherweise nichts.

Der Espresso läuft schnell durch, überzeugt aber mit dicker Crema.

Foto: Der Espresso läuft schnell durch, überzeugt aber mit dicker Crema.

Auch der Café Crema aus der KF4 kann geschmacklich punkten. Und auch die Temperatur stimmt: Rund 80 Grad haben wir in der Tasse gemessen – der Kaffee ist also ordentlich heiß. Einen kleinen Dämpfer gibt es dennoch: Das Mahlwerk gehört mit rund 75 dB nicht zu den leisesten. Wenn morgens um sechs der Rest der Familie noch schläft, sollte man das im Hinterkopf behalten.

Rund 80 Grad in der Tasse: Der Kaffee ist ordentlich heiß.

Foto: Rund 80 Grad in der Tasse: Der Kaffee ist ordentlich heiß.

Milchschaum: Wunderbar cremig, aber etwas zu heiß

Guter Espresso ist die halbe Miete, doch Cappuccino und Co. stehen und fallen mit dem Milchschaum. Auch hier liefert die KF4 in unserem Test solide Ergebnisse. Das Milchsystem erinnert dabei stark an das von Siemens-Vollautomaten und funktioniert auch genauso gut: Der separate Milchbehälter ist im Lieferumfang enthalten und wird über einen kleinen Schlauch mit der Maschine verbunden.

Der Milchschaum gelingt feinporig und cremig - hier per Löffelprobe geprüft.

Foto: Der Milchschaum gelingt feinporig und cremig - hier per Löffelprobe geprüft.

Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Der Milchschaum ist wunderbar feinporig und cremig. Allerdings wird er mit rund 69 °C etwas zu heiß, was dazu führen kann, dass die natürliche Süße der Milch verloren geht. Im Test schmeckten Cappuccino und Latte Macchiato dennoch gut. Einen Schwachpunkt gibt es trotzdem: Selbst auf der größten Einstellung wird ein Latte-Macchiato-Glas nicht ganz voll. Wer gerne große Milchgetränke trinkt, muss also zweimal ansetzen. Das ist nicht dramatisch – es bleibt aber die Frage, warum KitchenAid die Getränkegröße derart stark beschränkt hat.

Selbst auf der größten Einstellung wird das Latte-Macchiato-Glas nicht voll.

Foto: Selbst auf der größten Einstellung wird das Latte-Macchiato-Glas nicht voll.

Iced Coffee statt Cold Brew: Hier trickst die KF4

Anders als andere Vollautomaten ihrer Preisklasse bietet die KitchenAid KF4 keinen echten Cold Brew. Der "Iced Coffee", der im Menü zur Auswahl steht, ist nicht viel mehr als ein Serviervorschlag: Die Maschine brüht ganz normalen, heißen Kaffee, der über Eiswürfel in der Tasse bezogen werden soll. Wir haben nachgemessen: Der "kalte" Kaffee kommt mit rund 70 °C aus dem Auslauf – das ist kein Cold Brew, das ist heißer Kaffee mit Eiswürfeln.

Der Iced Coffee ist heißer Kaffee über Eiswürfeln, kein Cold Brew.

Foto: Der Iced Coffee ist heißer Kaffee über Eiswürfeln, kein Cold Brew.

Zum Vergleich: Die De'Longhi Eletta Explore brüht ihre Kaltgetränke mit unter 50 Grad, bei der Philips Aromis ist es sogar nur Zimmertemperatur – das ergibt ein völlig anderes Ergebnis im Glas. Bei der KF4 schmilzt das Eis dagegen schlicht dahin und verwässert den Kaffee. Wem kalte Kaffeespezialitäten wichtig sind, für den ist die KF4 nicht die richtige Wahl. Wer ohnehin nur heiße Getränke trinkt, kann diesen Punkt dagegen getrost ignorieren.

Reinigung: Einfach, aber ohne Spülmaschinen-Komfort

Bleibt die Frage nach Wartung und Reinigung. Hier gibt es zunächst gute Nachrichten: Die Reinigung ist im Prinzip genauso unkompliziert wie bei fast allen anderen Vollautomaten. Auch die Brühgruppe lässt sich entnehmen und unter fließendem Wasser abspülen.

Die Brühgruppe lässt sich entnehmen und unter Wasser abspülen.

Foto: Die Brühgruppe lässt sich entnehmen und unter Wasser abspülen.

Zwei Dinge trüben das Bild jedoch. Erstens: Durch die schmale Bauform fällt die Tropfschale relativ klein aus und muss entsprechend häufig geleert werden. Und zweitens – das ist in dieser Preisklasse wirklich schade: Weder der Milchbehälter noch die Auffangschalen sind spülmaschinenfest. Alles muss von Hand gespült werden. Kein Drama, aber etwas mehr Komfort dürfte man bei einem Gerät dieser Klasse durchaus erwarten.

Unser Fazit: Weniger Features, dafür richtig guter Kaffee

Ist die KitchenAid KF4 nun wirklich ein Oberklasse-Vollautomat – oder sieht sie nur so aus? Die Antwort: Sie geht einen komplett anderen Weg als die meisten anderen Maschinen in diesem Preissegment. Statt immer mehr Features – App, Assistenzfunktionen, Cold Brew, 50 und mehr Getränke – konzentriert sich KitchenAid auf das Wesentliche: Die KF4 macht einfach richtig guten Kaffee. Der Espresso ist vollmundig mit dicker Crema, der Milchschaum feinporig und cremig, die Verarbeitung herausragend. Und dazu sieht die Maschine schlicht fantastisch aus.

Café Crema aus der KF4 - überraschend gut, trotz weniger Features.

Foto: Café Crema aus der KF4 - überraschend gut, trotz weniger Features.

Dafür muss man auf einiges verzichten – und das bei einem Preis von aktuell rund 900 Euro. Das ist eine Ansage für ein Gerät mit diesem Funktionsumfang. Kein Cold Brew, keine App, nur fünf Mahlgradstufen und eine überschaubare Getränkeauswahl: Auf dem Papier bietet die Konkurrenz für dasselbe Geld deutlich mehr. Man bezahlt bei der KF4 ganz klar für Design, Verarbeitungsqualität und ein Stück weit auch für die Marke. Wem genau das wichtig ist, der bekommt dafür allerdings auch wirklich etwas geboten.

Die KF4 ist das perfekte Gerät für alle, die keinen Schnickschnack brauchen und einfach nur guten Kaffee wollen. Wer dagegen für das gleiche Geld mehr Funktionen möchte, sollte sich die De'Longhi Eletta Explore anschauen: App-Steuerung, Cold Brew, rund 50 Getränke und sogar kalter Milchschaum – und geschmacklich spielt sie auf demselben Niveau wie die KF4.

Vergleichstabelle

Weitere Testberichte

Produktdetails

Leistungen
Geräteplatzierung
Arbeitsplatte
Produkttyp
Espressomaschine
Fassungsvermögen Wassertank
1,8 l
Kaffeezubereitungstyp
Vollautomatisch
Kaffee-Einfüllart
Kaffeebohnen
Behälter für gebrühten Kaffee
Tasse
Eingebautes Mahlwerk
Ja
Fassungsvermögen Kaffeebohnen
250 g
Einstellbare Stärke des Kaffees
Ja
Integrierter Milchaufschäumer
Ja
Milchtank
Ja
Abnehmbarer Milchtank
Ja
Einstellbare Milchmenge
Ja
Einstellbare Temperatur
Ja
Temperaturregelungstyp
Elektronisch
Einstellbare Wassermenge
Ja
Ergonomie
Produktfarbe
Silber, Schwarz
Name der Farbe
Matte black
Steuerung
Berührung
Eingebautes Display
Ja
Bildschirmdiagonale
8,89 cm (3.5")
Display-Typ
LCD
Farbdisplay
Ja
Verpackungsdaten
Menge pro Packung
1 Stück(e)
Kochfunktionen und -programme
Anzahl der Programme
24
Kaffeezubereitung
Ja
Espressozubereitung
Ja
Gewicht und Abmessungen
Breite
195 mm
Tiefe
470 mm
Höhe
360 mm
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